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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 11:21 Uhr

Die Ostsee-Offenbarung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Publikum in der Alten Reithalle in Elmshorn kann richtig feiern, wenn ihm etwas gefällt – und am Sonntag waren es die rund 100 jungen Musikerinnen und Musiker aus insgesamt zehn Anrainerstaaten der Ostsee, vereint im Baltic Youth Philharmonic, einem 2008 gegründeten Symphonieorchester mit seinem Dirigenten Kristjan Järvi. Die aus den Musikhochschulen der drei baltischen Staaten, aber auch aus Polen, Schweden, Finnland, Dänemark, Deutschland, Russland und Norwegen extra ausgewählten Studenten starteten zum ersten Mal beim Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) und waren in ihrer Frische und Zugänglichkeit eine Offenbarung.

shz.de von
erstellt am 15.Jul.2013 | 20:41 Uhr

Europäische Klassik ganz neu definiert, aber mit der Wertschätzung der kulturellen Identität der einzelnen Länder, so hat es der strahlende Musik- und Gründungsdirektor Kristjan Järvi einmal in einem Interview in der Frankfurter Rundschau ausgedrückt. „Wir sollten nie unser eigenes Profil verlieren, sondern stolz sein auf die kulturellen Traditionen unseres Landes – und nicht nur auf unser Fußballteam.“

Und genau das präsentierten die jungen Künstler mit einem fulminanten Einstieg der Sinfonischen Dichtung aus „Don Juan“ von Richard Strauß sowie mit den beiden renommierten Solisten Baiba Skride, Violine, und Edvardas Armonas, Violoncello, das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms.

Spannend und aufregend wurde es dann mit den jungen, wilden Komponisten aus dem Baltikum. Und einer davon war sogar in Elmshorn anwesend: der 1986 geborene Litauer Gedminas Gelgotas, der unter anderem auch an der Musikhochschule in Hamburg studiert hat.

Musik mit einer Friedens- und Freiheitsbotschaft mit dem Thema „Never ignore the Cosmic Ocean“ aus dem tiefsten Inneren seiner Gefühle, gesprochen von den Musikern, beeindruckte – war sie doch auch mit ganz viel Humor gespickt.

Die ungeheure Freude und die Lust am Spiel, deutlich ausgetragen zwischen Dirigent und Orchester, übertrug sich in der Stimmung ganz schnell auch bei dem explosiven Contextus I und II, das der estnische Errki-Sven Tüür (geboren 1959) schrieb.

Abgeschlossen wurde das grandiose Konzert vom ersten Satz aus der „Rock-Symphony“ des lettischen Komponisten Imans Kaininš, der in den 1960er-Jahren Beatles-Fan wurde, seitdem Rockmusik schreibt und deren Elemente in seine Sinfonien einfügt. Die Menschen in der Alten Reithalle mochten das breit gefächerte Programm mit Tradition und Moderne, das Innovative und Lustvolle, bejubelte und erklatschte sich etliche Zugaben und ließ im liebevoll gestalteten Innenhof den Abend zwischen den Holsteiner Pferden mit strahlenden Gesichtern und fröhlichen Gesprächen ausklingen.

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