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Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 10:40 Uhr

Verdichtung : Die Nachbarn sind auf Zinne

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das Thema „innerstädtische Verdichtung“ trifft keinesfalls auf ungeteilte Gegenliebe. So gibt es regelmäßig Widerstand, wenn das Thema Verdichtung in Uetersen ansteht. Grundsätzlich möchte der Gesetzgeber mit dieser Möglichkeit erreichen, dass bereits versiegelte Flächen vorrangig zur Bebauung genutzt werden. Dabei spielt der Umweltschutzgedanke eine besondere Rolle.

Kritiker führen bereits seit geraumer Zeit an, dass das Wohnen auf immer engerem Raum zu Konflikten führen kann. Großzügige Abstände zwischen einzelnen Wohngebäuden werden von dieser Seite begrüßt. Mit der Verdichtung sind aber auch ganz andere Konflikte verknüpft.

Derzeit ein gutes Beispiel dafür ist ein Bauvorhaben an der Tantausallee 10 - 14. Dort sollen eingeschossige, in die Jahre gekommene Gebäude abgerissen und das dann frei gezogene Grundstück neu bebaut werden. Aber nicht eingeschossig, sondern zweigeschossig mit zusätzlichem Staffelgeschoss, zudem nicht angrenzend an die Straßenfront, sondern grundstücksmittig. Vor den zwei Gebäuden mit jeweils sechs bis acht Wohnungen sollen Stellplätze entstehen.

Bereits am 29. Januar berieten die Politiker die Angelegenheit und stellten den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 39 auf. Gegen den Protest aus der (unmittelbaren) Nachbarschaft.

Zwischenzeitlich sollte die beim Baurecht verlangte Bürgerbeteiligung stattfinden, um besagter Nachbarschaft Gelegenheit zur offiziellen Stellungnahme zu geben. Dieser Verwaltungstermin fiel krankheitsbedingt aus. Dennoch soll der Bauausschuss am 5. März den zweiten Schritt im laufenden Verfahren einleiten und den so genannten Entwurfs- und Aufstellungsbeschluss fassen.

Stadtplaner Henning Trepkau sagte im UeNa-Gespräch, dass dieser Schritt auch ohne vorgeschaltete Bürgerbeteiligung möglich sei, dieser Termin werde nachgeholt. Am Donnerstag reichten die weiterhin aktiven Nachbarn eine Unterschriftenliste ein, die von 24 Befürwortern unterzeichnet wurde. In ihrer Protestnote artikulieren die Unterzeichner, dass sie mit einem Bauvorhaben, welches sich eindeutig nicht in die Ansicht der Straße einfüge, nicht einverstanden seien. Ferner teilten sie mit, dass sie mit dem Blick auf einen großen Parkplatz sowie der zu erwartenden Parksituation nicht einverstanden seien. Das Protestschreiben unter der Überschrift „Widerspruch gegen den Antrag auf Aufstellung des Bebauungsplanes Nummer 39 für das Gebiet Tantausallee 10 - 14“ mündet in den Hinweis, dass aufgrund des Neubaus mit einer Minderung der Wohn- und Lebensqualität zu rechnen sei und zudem mit einem Wertverlust der Grundstücke.

Dieses Schreiben, welches den Mandatsträgern inzwischen vorliegen dürfte, wird von einem weiteren Schriftstück begleitet, das in das Privatrecht führt, also vermutlich keine Relevanz für den B-Plan hat. Es streiten sich somit ausschließlich der Investor und der widersprechende Nachbar.

Unter anderem wird angeführt, dass sich ein Teil des überplanten Grundstücks (20 Quadratmeter) nicht im Eigentum des Investors, sondern in seinem befinde. Zudem macht der Widersprechende sich Gedanken um die Zukunft eines schützenswerten Großbaumes, der in seinem weiteren Wachstum behindert werden könnte, werden die Pläne, so wie beabsichtigt, umgesetzt.

Der Bürger appelliert an die Ausschussmitglieder, die weitere Zustimmung (also den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss) bis zur Klärung seiner Ansprüche zu vertagen. Dem Investor legt der Nachbar eine Kontaktaufnahme und eine Neuplanung nahe. Die Sitzung des Ausschusses beginnt um 19 Uhr.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 17:28 Uhr

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