Pantheater : Die Liebe ist schön und schaurig

„Blaubarts Lieder“ haben im Pantheater eine heftig beklatsche Premiere gefeiert. Den Facetten der Liebe wird nachgespürt und dabei mehr geschaffen als ein Liederabend.

shz.de von
01. Januar 2015, 19:11 Uhr

Ausgangspunkt ist die Oper „Herzog Blaubarts Burg“ von Bela Bartok und Bela Balasz. Darin folgt die Hauptdarstellerin dem Adligen und will mit ihrer Liebe seine Gemäuer erhellen, scheitert jedoch am Ende.

Schnell verlassen die Akteure jedoch die Oper. Lieder, Texte und kleine Handlungen werden aneinander gereiht. Die Liebe wird ausgiebig analysiert, die Gefühle von allen Seiten betrachtet. Goethes Faust findet ebenso seinen Platz wie Gedanken über die Melancholie. Arien der romantischen Klassik werden mit Blues, Spiritual und Popsongs kombiniert.

Ein kleines Juwel haben die Mezzosopranistinnen Charlotte Korthals und Claudia Brandenburger, die Konzertpianistin Eilo Okuno sowie die Jazzpianistin Mirjam Keller zusammen mit Michael Leye entwickelt. Der Pantheater-Mastermind führte Regie und gibt das darstellerische Schwergewicht, mal als zweifelnder Schwerenöter, dann als alter Mann im Rollstuhl. „Glaubt, was Ihr singt, sonst singt Ihr nicht gut“ gibt er Charlotte Korthals und Claudia Brandenburger mit auf den Weg. Man meint zudem, ihre Freude am Musiktheater in kleinen Gesten und Blicken zu erkennen. Die beiden Pianistinnen sorgen für die Erdung des Abends. Es ist egal, ob die Lieder aus der E- oder U-Musik kommen. Einzig um die Schönheit der Melodien und die Bedeutung der Worte geht es. Um Letzteres zu verstehen, werden englische Lieder ins Deutsche übersetzt oder der Inhalt kurz erläutert. Man muss sich also nicht in beiden Bereichen Zuhause fühlen, um den Abend genießen zu können.

Am Ende wird die Freiheit beschworen und man lässt musikalisch die Amsel in den Himmel aufsteigen. Und weil es mehr als ein Liederabend war, sondern ein rundes Ganzes, gab es auch nicht wie von manchem im Publikum erhofft eine Zugabe.

Blaubarts Lieder sind am Sonnabend, 17. Januar, ab 19.30 Uhr und Sonntag, 18. Januar, ab 19 Uhr auf der Bühne, Deichreihe 29, zu sehen. Eine Platzreservierung per Telefon (04129/607) oder E-Mail (info@pantheater.de) ist angesichts der Publikumsreaktionen nach der Premiere unerlässlich.

www.pantheater.de

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