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Informationsbesuch : Die Leute leben hier wie in einem Dorf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

"Hier wird lösungsorientiert gearbeitet. Die Leute werden nicht betüdelt. Sie werden auf den Weg gebracht. Mit Rat und Tat. Läuft es mal nicht so rund, gibt es klare Ansagen." Holger Norton, Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung Sieversstücken in Hamburg-Rissen, und seine Stellvertreterin Athanasia Ziagaki wissen, was sie tun und was von ihnen erwartet wird. Davon konnten sich Amtsdirektor Rainer Jürgensen, die Flüchtlingskoordinatoren Dieter Norton und Wolfgang Aschert sowie Verwaltungsfachangestellte Regina Klüver bei einem Besuch der Einrichtung überzeugen.

Die Delegation vom Amt Moorrege unternahm einen Rundgang, erkundete das Gelände und erhielt die Gelegenheit, einen Blick in die Unterkünfte zu werfen. Ihr Fazit: „Beeindruckend, wie es hier läuft. Trotzdem ziehen wir für die amtsangehörigen Gemeinden eine dezentrale Unterbringung vor.“ Für Vorbeifahrende sehen die 23 zweistöckigen weiß-gelben Häuser wie eine skandinavische Feriensiedlung aus. Aktuell leben hier 328 Menschen aus 49 Nationen. In einer Erweiterung, die in den kommenden Tagen freigegeben wird, können zusätzlich 74 Menschen untergebracht werden. Auf dem Nachbargrundstück, der Suurheid, entsteht im Rahmen des sozialen Wohnungsbau-Programms der Hansestadt Wohnraum für rund 2500 Bewohner. Bis Ende 2017 wird Norton mit seinem Team rund 3000 Menschen betreuen. Der Betreuungsschlüssel liegt bei 1:80.

„Wir nennen inzwischen alle Flüchtlinge“, so Holger Norton. Unter dem Begriff fasst er Menschen zusammen, deren Aufenthaltsstatus ihnen nicht das Recht auf eine eigene Wohnung einräumt, alleinstehende, wohnungslose Altonaer Bürger und Zuwanderer mit Bleibeperspektive. Die Fluktuation ist hoch. Rund 50 Personen verlassen die Einrichtung pro Monat - aus unterschiedlichen Gründen. Einige werden abgeschoben, andere erhalten ein Bleiberecht und können selbstständig nach einem Zuhause suchen. Nicht nur hierbei sind Norton und seine Mitarbeiter behilflich. „Die Abläufe haben sich aus der Basis entwickelt“, sagte Athanasia Ziagaki. Eine Checkliste, die das Unterkunfts- und Sozialmanagement von „fördern & wohnen“ entwickelt hat, hilft, nichts Wichtiges wie Anmeldungen bei Behörden aus den Augen zu verlieren. Gern nehmen die Bewohner die Angebote von ehrenamtlich engagierten Hamburgern in Anspruch. „Die Leute leben hier wie in einem Dorf. Viele verlassen es nur ungern“, weiß Athanasia Ziagaki. Deshalb begrüßt sie es, dass in Rissen, eine Begegnungsstätte entstehen soll. Vermittelt wurde das Treffen von Dieter Norton, dem Vater des Einrichtungsleiters. Er selbst war bis 2005 im Auftrag der kommunalen Einrichtung „fördern & wohnen“ und der Hamburger Sozialbehörde als Regionalbetreuer für die Unterbringung von Spätaussiedlern und Asylsuchenden zuständig. Die Einladung zu einem Gegenbesuch in Moorrege nahmen Norton Junior und seine Stellvertreterin gern an.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 19:11 Uhr

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