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Olgemälde und Grafiken : Die Künstlerkolonie in Nidden

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Kurische Nehrung wurde bereits im 18. und 19. Jahrhundert wegen ihrer beeindruckenden Dünenlandschaft und ihren bis zu sechzig Meter hohen Wanderdünen zum beliebten Motiv der Maler.

shz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 18:10 Uhr

Diese künstlerisch in ihren unterschiedlichen Farbnuancen und Schattierungen zu gestalten, gilt, bis heute als Herausforderung. Zu einem weiteren charakteristischen Motiv in dieser Landschaft am „Schwiegermutterberg“, wo Thomas Mann 1931 sein Sommerhaus errichtete – gehört der Italienblick. Stimmungen des Südens entstanden durch das Zusammenspiel von Kiefern und dem Licht und inspirierten die Künstler verschiedener Genres.

Schriftsteller, Dichter, Musiker und Maler wie Lovis Corinth, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff kamen nach Nidden und machten den Ort zu einer Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung. In der aktuellen Ausstellung „Künstlerkolonie Nidden auf der Kurischen Nehrung“ im Wenzel Hablik Museum sind vorwiegend Ölgemälde und Grafiken mit genannten Motiven, sowie einheimischen Fischerkaten und -häusern aus den umliegenden Fischerdörfern Schwarzort, Rossitten, Pillkoppen und Perwelk zu besichtigen. Nicht zu vergessen sind die ca. 12 Meter langen Kurenkähne mit ihrem hochgezogenem Bug und dem Kurenwimpel, die als Fischerboote bis Ende des zweiten Weltkriegs auf der Kurischen und dem Frischen Haff dienten und oftmals als Vorlage für neue Bilderkompositionen, u.a. auch von Karl Eulenstein, dienten.

Die Expressionisten Pechstein und Schmitt-Rottluff kommen um 1920 nach Nidden, ebenso Ernst Mollenhauer, der hier die Brücke-Maler kennenlernt. Er heiratet Hedewig, die Tochter von Hermann Blode, dem legendären Gasthofsbesitzer. Der Gasthof war bis 1945 der allgemeine Treffpunkt der Künstler für Debattierrunden und Diskussionen um den Kampf der Stile. Blode wurde Künstlerfreund und Sammler.

Die Einwohner der gesamten Kurischen Nehrung flüchten 1944/45 vor der anrückenden Roten Armee nach Westen. Da die Bildwerke der Künstler als „entartet“ eingestuft oder die des Malers Mollenhauer gar von den Soldaten verfeuert wurden, sind viele Exponate vernichtet worden. Das umfangreichste, noch erhaltene Werk an Nidden-Bildern stammt von Carl Knauf, der 1893 in Godesberg geboren wurde. Von 1931 bis zu seinem Tod 1944 lebt er ganz in der Nähe des Sommerhauses Thomas Manns. Alle typischen Bildmotive sind glücklicherweise in seinem Werk vorhanden.

Die Ausstellung, die bis zum 18. August in der Reichenstraße 21 zu sehen ist, präsentiert eindrucksvolle Werke aus der Privatsammlung und Nidden Kenners Dr. Bernd Schimpke. Er bietet am 5. Juli um 16 Uhr eine Führung: „Nidden. Landschaft der Sehnsucht“ an. (Kosten: 5 Euro).

Die Schau ist ein Beitrag zum Kultursommer mit dem Länderschwerpunkt „Baltikum“. Geöffnet: Di.-Fr. 14-17 Uhr. Sa. 14-18 Uhr und So. und Feiertag 11-18 Uhr.

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