Versammlung : Die kleinste Bank gehört zur Spitze

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Einen sehr guten Jahresabschluss hat die Raiffeisenbank in Seestermühe und Seester erzielt. „Unsere Bank gehört weiterhin zur absoluten Spitzengruppe Deutschlands, natürlich nicht in Sachen Größe, aber, viel wichtiger: in Sachen Solidität, Stabilität und wirtschaftlicher Stärke“, sagte der Vorstand Jan Hendrik Reese während der 111. Mitgliederversammlung am Sonnabend im Dorfgemeinschaftshaus von Seester.

shz.de von
10. Mai 2015, 22:00 Uhr

Die Wachstumsraten der kleinsten Bank im Kreis Pinneberg und zweitkleinsten in Schleswig-Holstein liegen weit über den Verbandsdurchschnitten. Ihre Bilanzsumme stieg 2014 um 4,6 Prozent auf 39,9 Millionen Euro; der Durchschnitt liegt bei drei Prozent. Sie betreute 14 Prozent mehr Kundenkredite als 2013: insgesamt 36,3 Millionen Euro; verbandsweit stieg diese Zahl nur um 4,3 Prozent.

Unter anderem wuchs die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. „In 2014 begleiteten wir 25 meist junge Familien auf dem Weg ins eigene Heim“, so Reese.

Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich um zehn auf 974. Reese betonte, dass die Einlagen privater Sparer durch die Solidarität der Raiffeisenbanken in unbegrenzter Höhe sicher seien. Er begründete das Wachstum mit einer Mund-zu-Mund-Propaganda. Seestermühe und Seester hätten zwar nicht mehr Einwohner gewonnen, aber der gute Ruf der Bank habe sich im Umland herumgesprochen. Zudem liege das Institut bei den Personal- und Verwaltungskosten unter dem Verbandsdurchschnitt.

Die Region profitiert von der Stärke der Bank: Sie zahlte rund 110000 Euro Steuern, unterstützte den TSV Seestermüher Marsch, den Volkschor Frohsinn und die Grundschule. Bei der Versammlung überreichten die Vorstände Reese und Jens Hüllmann zum 111-jährigen Bestehen Schecks in Höhe von je 1111,11 Euro an Vertreter der Kindergärten Seester und Seestermühe. Morgen schüttet das Institut sieben Prozent Dividende aus, fast 17000 Euro.

Otto Hermann Peter Zimmer überraschte die Besucher mit seinem Rückzug aus dem Aufsichtsrat. Er stellte sich nicht zur Wiederwahl. 27 Jahre lang war er im Amt gewesen. „Heute kann ich in den Spiegel sehen und stelle fest: Ich habe mich nicht verbiegen lassen“, sagte er. Der Aufsichtsrat verkleinert sich damit auf drei Personen. Der ehemalige Bankdirektor Dieter Hüllmann erinnerte an die Anfänge. Sein Großvater Otto Hüllmann habe die Bank ab 1904 in seiner Gastwirtschaft geführt, in der er bereits die Post und die Fernsprechstelle betrieb.

1965 gab es 400 selbstständige Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein, heute noch 14. „Wir sind stolz, dass wir die Eigenständigkeit bewahrt haben“, sagt er.

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