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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 03:37 Uhr

Die Klasse als Familie

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Um die Grundschule im Dorf zu retten, müssen neue Wege gegangen werden. Auf die weiter sinkenden Schülerzahlen reagieren Pädagogen und das Schulamt in Pinneberg mit einem neuen Unterrichtsmodell. „Familienklassen“ sollen ab 2014 in Hetlingen eingerichtet werden.

shz.de von
erstellt am 08.Mär.2013 | 19:05 Uhr

Ein hochkarätiges Duo hatte sich zur jüngsten Gemeindevertretersitzung in der Gaststätte „Op de Deel“ angesagt. Neben dem kommissarischen Rektor der Grundschule Haseldorfer Marsch Joachim Kähler – seit 2009 ist die Hetlinger der Nachbareinrichtung zugeordnet – war auch Schulrat Dirk Janssen gekommen.

Im kommenden Sommer werden nur sechs Mädchen und Jungen eingeschult. Dann lernen noch 45 Schüler in Hetlingen. Es werde bereits jahrgangsübergreifend unterrichtet, berichtete Kähler. Für die Zukunft funktioniert die Lösung aber nicht, da dann eine kleine und eine sehr große Klasse entstehen würde.

Deswegen sollen zukünftig zwei Klassen gebildet werden, in denen alle vier Jahrgänge zusammen gefasst werden. Die Kinder lernen gemeinsam, erklärte Kähler, und es hätte den Vorteil, dass gleich große Klassen gebildet werden könnten.

Marsch-Schulleiter und -Lehrer arbeiteten an dem Modell zusammen mit einem Experten vom „Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein“ (IQSH) sowie einer Rektorin, an deren Schule nach dem Familienprinzip gearbeitet wird. Da die Veränderungen groß sind, mussten die Pädagogen jedoch feststellen: „Wir sind noch nicht so weit“, sagte Kähler.

Deswegen will man einen Zwischenschritt gehen. Im kommenden Schuljahr werden die Klassen 1 bis 3 zusammen und die 4. Klasse allein unterrichtet. Die Familienklassen soll es dann ab dem Schuljahr 2014/15 geben.

Als „konstruktive Lösung“ wertete Janssen den Plan. Dies diene der Schulentwicklung. Er zog eine „kritische Grenze“, unter der aus seiner Sicht die Hetlinger Einrichtung keine Existenzberechtigung mehr hat. Ab 40 Kinder sei die Schule „nicht mehr zu finanzieren“, so der Schulrat.

Positiv reagierten die Gemeindevertreter, ist dies doch die letzte Chance für ihre Schule. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexandré Thomßen sicherte die Unterstützung der Gemeinde zu, etwa wenn es um räumliche Veränderung geht.

In der Montessori-Schule werde ähnlich vorgegangen, sagte Michael Rahn, Fraktionssprecher der Freien Wahlgemeinschaft (FW). Dafür würden Eltern viel Geld zahlen.

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