Ferienprogramm : Die Jugend geht an Bord

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Es ist ein Abenteuer, auf das sich sieben Jugendliche gleich zu Beginn ihrer Ferien eingelassen haben: Gestern stachen sie mit dem Ewer Gloria in See, sollen lernen, das historische Schiff zu fahren und müssen dabei in besonderer Weise Rücksicht aufeinander nehmen.

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20. Juli 2015, 21:10 Uhr

Zum zweiten Mal bietet der Trägerverein einen Jugendtörn in den Ferien an und arbeitet dabei eng mit dem Kreisjugendring (KJR) zusammen. Möglich wurde das unter anderem durch eine Spende von Futterhaus-Chef Herwig Eggerstedt, selbst Mitglied im Förderverein. Skipper Kai Mahrt verbindet mit der Aktion auch die Hoffnung auf Nachwuchs für die ehrenamtliche Arbeit zum Erhalt des schwimmenden Kulturdenkmals. „Im vergangenen Jahr ist das gelungen. Ein Schüler ist seitdem Mitglied bei uns.“

Soll aus der ersten Begegnung mit dem 1898 gebauten Schiff echte Liebe werden, müssen die sieben Jugendlichen es zunächst eingehend kennenlernen. Das war denn auch wichtigster Programmpunkt, nachdem sie gestern zusammen mit KJR-Betreuer Ralf Titze an Bord gegangen waren. Und dabei spielte die Technik eine besondere Rolle. „Die Gloria hat keinen Kiel, ist von unten also vollkommen eben. Sie treibt auf dem Wasser wie ein Schuhkarton, was bedeutet, dass man sie anders steuern muss als ein modernes Segelboot“, sagte Kai Mahrt. Wie sich das anfühlt und dass man den Ewer durchaus auch mal rückwärts segeln kann, wenn man vorwärts fahren will, haben die jungen Crewmitglieder auf Zeit bereits gestern erfahren. Ihr erster Törn führte sie vom Liegeplatz am Nordufer in Elmshorn über die Elbe bis nach Glückstadt, wo die Mannschaft übernachtete.

Heute wird erneut auf der Elbe gesegelt, bekanntermaßen ein anspruchsvolles Wassersportrevier. Morgen geht es dann im Laufe des Tages zurück nach Elmshorn. Bis dahin werden die jungen Skipper ihre Aufgaben vermutlich perfekt beherrschen. Dazu gehört nicht nur das Segeln, sondern auch die Verpflegung an Bord. „Wir wollen nicht selber arbeiten, sondern arbeiten lassen und verstehen uns eher als Betreuer“, sagte Kai Mahrt auch mit Blick auf die anderen Mitglieder der Stamm-Crew, Thomas Podschus und Dirk Timmann. Und was wird gegessen? Mahrt zuckte gestern vergnügt mit den Schultern. „Ich weiß nicht, was die Jungs uns kochen werden“, sagte er. Komme drauf an, was sie einkaufen würden. Auch mit dem Schlafen ist das so eine Sache, denn für die Gäste an Bord gibt es nur fünf Kojen. „Zwei werden auf dem Fußboden schlafen müssen“, sagte der Skipper schmunzelnd. Dafür dürfen sie sich drei Tage lang den Wind um die Nase wehen lassen und können sich austauschen mit zwei ganz besonderen Gästen an Bord: Die Besatzung schuf kurzfristig zusätzlichen Platz für zwei junge Armenier, die als unbegleitete Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind und hier jetzt eine Berufsschule besuchen.

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