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Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 13:16 Uhr

Schenkung : Die Heimkehr der Clara von Sivers

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Eine Künstlerin kehrt heim – posthum: In diesen Tagen bekommt das Pinneberg Museum ein Bild der Blumenmalerin Clara von Sivers und könnte damit den Grundstock für eine neue Sammlung legen. Zum Nachlass der Malerin gehören auch von ihr herausgegebene Zeitschriften und Publikationen.

Wer sich nicht für Malerei oder die Pinneberger Kunstszene des 19. Jahrhunderts interessiert, dem dürfte Clara von Sivers wohl unbekannt sein. International allerdings ist sie eine Größe, ihre Stillleben tauchen regelmäßig in den großen Kunsthäusern und auf Auktionen auf.

Geboren wurde sie am 29. Oktober 1854 in Pinneberg als Clara Krüger, Tochter eines Architekten und Bauinspektors. Früh erkannten die Eltern das Talent des selbstbewussten Mädchens und förderten es gezielt. Bereits im Alter von 15 Jahren widmete sie sich ausschließlich der Malerei, studierte später und eher ungewöhnlich für die Zeit in Kopenhagen, Lyons, Paris und Dresden.

Bereits mit 23 Jahren war Clara von Sivers regelmäßig auf Ausstellungen vertreten und zeigte dort neben den Blumenbildern auch ihre Früchte- und Wildbilder. 1878 heiratete sie einen Marineoffizier und ging mit ihm nach Russland, wo auch Sohn Hermann geboren wurde.

Trotz Familie setzte sie ihre Karriere fort, stellte unter anderem in den Akademien von Berlin, Dresden und St. Petersburg aus, bekam die Kleine Silberne Medaille der Petersburger Kunstakademie und 1879 mit einem Früchtestillleben einen Platz in der Kieler Kunsthalle.

Nach ihrer Trennung kehrte sie 1888 nach Deutschland zurück, lebte erst in Kiel und später in Berlin, wo sie 1924 starb. In ihrem Berliner Atelier gab sie anderen Frauen Kunstunterricht und betätigte sich erfolgreich als Herausgeberin der Monatszeitschrift „Kunstgewerbe Für’s Haus“.

Das Blumenstillleben mit Stockrosen und Mohn in einem Weidenkorb, das zukünftig im Pinneberg Museum zu sehen sein wird, ist eine Schenkung der Fielmann AG. Bereits seit zwölf Jahren unterstützt das Unternehmen das Museum und ermöglichte unter anderem die umfangreiche Sammlung mit Werken des Künstlers Günther Tiersch. Außerdem verdankt das Museum der Fielmann AG zahlreiche Kupferstiche zur Stadtgeschichte Pinnebergs und Literatur über verschiedene Künstler.

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erstellt am 26.Okt.2014 | 21:50 Uhr

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