Bedarfsplan : Die Heidgrabener Feuerwehr braucht eine neue Wache

Das Feuerwehrgerätehaus in Heidgraben, vor dem Wehrführer Tobias Steffen und seine Frau Vanessa stehen, ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau steht in den kommenden Jahren an.
Das Feuerwehrgerätehaus in Heidgraben, vor dem Wehrführer Tobias Steffen und seine Frau Vanessa stehen, ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau steht in den kommenden Jahren an.

Die Einsatzkräfte benötigen zwei neue Löschfahrzeuge und erwarten von der Politik ein klares Signal für einen Neubau.

shz.de von
09. Januar 2018, 12:30 Uhr

Heidgraben | Mehr als 50 Seiten stark ist er, der Feuerwehrbedarfsplan für die Gemeinde Heidgraben. Wehrführer Tobias Steffen hat den Plan aufgestellt und ihn jüngst den Kommunalpolitikern vorgelegt. Enthalten ist unter anderem ein neues Feuerwehrgerätehaus, ein Mammutprojekt für die kleine Gemeinde. Wann es umgesetzt werden könnte, steht dementsprechend noch in den Sternen. 

Die Heidgrabener Wehrführung hat den Feuerwehrbedarfsplan im Auftrag des Finanzausschusses der Gemeinde anhand einer Vorlage des Schleswig-Holsteinischen Innenministeriums erstellt und soll der Gemeinde, die Träger der Freiwilligen Feuerwehr Heidgraben ist, als Entscheidungs- und Planungsgrundlage zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Ortswehr dienen. Ziel einer Feuerwehrbedarfsplanung ist, auf der Grundlage des kritischen Wohnungsbrandes, den geltenden Bemessungswerten und dem in Schleswig-Holstein angewandten Merkblatt zur Ermittlung notwendiger Feuerwehrfahrzeuge den für eine leistungsfähige Feuerwehr erforderlichen Bedarf festzustellen.

Die Wehrführung hat auf Grundlage der Risikobeschreibung und den Bemessungswerten wie Einsatzmittel mit den erforderlichen Löschfahrzeugen, Einsatzkräfte sowie zeitliche und räumliche Erreichbarkeit im Ausrückbereich folgende Handlungserfordernisse zum Ausgleich einer defizitären Sicherheitsbilanz abgeleitet: Beschaffung eines Löschfahrzeuges (LF) 10, Planung eines neuen Feuerwehrgerätehauses sowie Planung einer Ersatzbeschaffung für das LF 8/6 (Baujahr 1999). Die Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges LF 10 hat die Gemeinde als Verpflichtungsermächtigung im Investitionsprogramm für 2019 stehen. Die Finanzierung des Feuerwehrfahrzeuges mit Kosten in Höhe von 320.000 Euro soll nach aktuellem Stand durch eine Kreditaufnahme erfolgen.
 

Die Raumnot ist allgegenwärtig

Auch die Notwendigkeit eines neuen Feuerwehrgerätehauses ist den Gemeindepolitikern bewusst, zumal die Feuerwehr vor dem Hintergrund der Raumnot an der Grundschule und der Notwendigkeit der Auslastung vorhandener gemeindeeigener Räume mit der Idee der Arbeitsgruppe „Raumkonzept“ konfrontiert wurde, den Feuerwehrschulungsraum für einen möglichen Umzug der Bücherei dorthin zur Verfügung zu stellen. Wann mit Planungen für eine neue Wache begonnen und wie sie finanziert werden soll, ist jedoch bislang nicht in der Fortschreibung des Investitionsprogramms der Gemeinde bis zum Jahr 2021 enthalten. Die Feuerwehr erwartet von der Politik eine definitive Entscheidung für den Bau einer neuen Wache.

Einen Beschluss zum Feuerwehrbedarfsplan haben die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung nicht gefasst. Die Politiker kamen überein, dass der Entwurf in den Fraktionen von SPD und CDU beraten und vor einer endgültigen Beschlussfassung im Gemeinderat im Finanzausschuss behandelt werden soll.

Die Freiwillige Feuerwehr Heidgraben hat in ihrer Einsatzabteilung 36 aktive Kräfte. Elf von ihnen seien regelmäßig verfügbar, stellte Wehrführer Steffen im Kapitel Organisation und Beschreibung der Ortswehr im Feuerwehrbedarfsplan heraus. Zudem gehören der Wehr in der Jugendabteilung 14 Mitglieder an. Die Anzahl der Einsatzkräfte im Ausrückbereich mit 2704 Einwohnern ist laut Auswertung im Feuerwehrbedarfsplan im grünen Bereich.

Als Einsatzmittel stehen zwei Löschfahrzeuge (LF8 und LF 8/6) zur Verfügung. Hier ergibt die Auswertung das Planen von Ersatzbeschaffungen durch ein zukunftsorientiertes Fahrzeugkonzept und das Vereinbaren fachlicher und organisatorischer Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren. Als Einsatzstatistik werden im Plan die Jahre 2012 bis 2016 genannt. Die Wehr rückte in dem Zeitraum zu 16 Brandbekämpfungen aus und leistete 68-mal technische Hilfe. Sonstige Hilfe wurde mit sechsmal angegeben. Einmal gab es einen Fehlalarm.
 

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