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Uetersener Nachrichten

23. August 2017 | 01:03 Uhr

Eindrucksvoll : Die Grünen haben es erfunden

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Schon sein Einzug in Pinneberg ist unspektakulär: Der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin kommt ohne Tross mit Bahn und dadurch natürlich mit 25 Minuten Verspätung. Ein einziges Fernsehteam vom ZDF wartet im kargen Kämmerlein der Kreisgeschäftsstelle. Er soll noch schnell was zu dem Erfolg der Piraten sagen, denn Trittin spricht auch ganz allein und ohne Trubel für sich und die Grünen. Das Kämmerlein ist mit Trittin und dem Fernsehteam voll und alle anderen müssen raus. Was er sagt, erfahren die auch erst am gleichen Abend um 22 Uhr im heute Journal.

Den UeNa verrät der selbstbewusste Trittin noch vor seinem Auftritt im VfL-Heim, warum er die Piraten nicht fürchtet und die eigentlich schon längst von den Grünen besetzten und von den Piraten lediglich wiederholten Themen „Bürgerbeteiligung“ und „Transparenz“ nicht mehr herausstellt.

„Wir sind doch nicht das Ricola-Männchen, zerren die hervor und fragen: Wer hat's erfunden“ sagt er und seine heiß geliebte Ironie blitzt deutlich. Lediglich zum Betreuungsgeld haben sich die Piraten geäußert, meint er, aber nicht zu irgend einem anderen auch in Schleswig-Holstein brisantem Thema.

Schleswig-Holstein müsse sich endlich bewegen, sagt er mit einem Blick auf den CDU-Kandidaten Jost de Jager und das gehe nicht mit dem Bau eines Kohlekraftwerkes in Brunsbüttel, das gehe nur, wenn der mit regenerierbaren Energien erzeugte Strom endlich ins Netz gelassen werde. Ein Gasdampfkraftwerk hält Trittin für hochflexibel und preiswert, es sei kein Problem für die Umwelt und der Verbrauch an fossiler Energie könne anderswo – zum Beispiel beim Heizen durch mehr Gebäudedämmung wieder eingespart werden.

Im VfL-Heim putscht Trittin die Anwesenden nochmal zu Kampfstimmung im Endspurt des Wahlkampfes auf. Schleswig-Holstein sei bereit für einen Neuanfang, meint er und „Wahlen werden gerade bei den Grünen-Anhängern erst am Wahltag entschieden“. Und sie seien auch keine Selbstgänger, dafür müssten die Grünen kämpfen. Gerade in der Bildungspolitik stehen die Grünen für Vielfalt und lassen die Bürger entscheiden. Bildung beginne in Krippenplätzen und ende mit einem lebenslangen Lernen und brauche eine Kooperation zwischen Bund und Ländern.

„Wir können nicht zulassen, dass die Kommunen ausbluten“, rief Trittin den Anwesenden zu. Allein das Wachstumsbeschleunigungsgesetz koste Schleswig-Holstein fast 700 Millionen, fünf Milliarden gebe der Bund für Steuererleichterungen aus, für mittlere und untere Schichten bliebe da gar nichts.

Trittin spannte den Bogen grüner Wirtschaftspolitik über die Mindestlöhne zur Solarbranche bis zur Aufhebung der Netzblockade für die Offshore-Windparks, die sei eine Schlüsselfrage in Schleswig-Holstein.

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erstellt am 29.Apr.2012 | 21:08 Uhr

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