DAK Gesundheitsreport : Die Gratifikationskrise

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Die gute Nachricht des aktuellen DAK-Gesundheitsreports vorweg: Im schleswig-holsteinischen Vergleich steht der Kreis Pinneberg bei der Zahl erkrankter Arbeitnehmer gut dar. Der Krankenstand bei uns ist mit 3,3 Prozent so niedrig wie sonst nur im Kreis Storman.

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13. September 2012, 19:08 Uhr

Damit waren an jedem Tag des Jahres von eintausend DAK-versicherten Arbeitnehmern 33 krankgeschrieben. Im Schnitt sind es landesweit 3,6 Prozent – eine Zahl, die seit 2009 kontinuierlich angestiegen ist.

An erster Stelle liegen dabei Muskel-Skelett-Erkrankungen, die Probleme mit Rücken, Bandscheiben oder Knien vereinen, mit 19,3 Prozent aller Erkrankungen. Atemwegserkrankungen und Verletzungen kommen mit 15,7 und 15,6 Prozent auf Platz zwei und drei im Kreis Pinneberg vor.

Richtig beunruhigend allerdings findet Thomas Ehlert, Leiter des DAK-Servicezentrums im Kreis Pinneberg, eine andere Entwicklung. 13,6 Prozent der Erkrankten litten im letzten Jahr unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder das Burn-Out-Syndrom. „Der gestiegene Krankenstand in der Region zeigt Handlungsbedarf auf“, kommentierte Thomas Ehlert die Ergebnisse.

Auch Dr. Angelika Roschning konnte dies bestätigen. Die Leiterin des Kreis Pinneberger Fachdienstes Gesundheit betonte, dass vor allem Herzinfarkte durch Stress bei der Arbeit ausgelöst würden. Zudem komme die psychische Belastung.

Einer repräsentativen Untersuchung zufolge, leiden in Schleswig-Holstein 7,9 Prozent der Berufstätigen an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. Dabei wird Stress im Job nach Meinung der Arbeitnehmer nicht ausreichend belohnt. „Ein erhöhtes Risiko für eine schwere Herzerkrankung ist die Folge“, warnte Angelika Roschning.

Unternehmen sollten dem erhöhten Gefährdungspotential mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement entgegen gehen, so Ehlert. Die DAK biete hierfür Seminare an.

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