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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Museum : Die Geschichte der Rettungsweste

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer in die Geschichte der Seefahrt eintauchen will und dabei eine besondere Sichtweise sucht, wird in Holm fündig. Ein weltweit einzigartiges Museum befindet sich am Bredhornweg. Bei Bernhardt Apparatebau wird nicht nur an modernsten Rettungssystemen geforscht, sondern auch Exponate aus 90 Jahren ausgestellt. Das Rettungswestenmuseum ist das Steckenpferd von Secumar-Chef Jan-Ulrich Bernhardt.

shz.de von
erstellt am 16.Jul.2013 | 20:41 Uhr

„In den 50er Jahren begann mein Vater Jost, verschiedene Rettungswesten zu sammeln, um sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen“, erklärt er. „Er kam zu dem Ergebnis: Keines der zu der Zeit bestehenden Modelle war ausreichend sicher.“ Einen Impuls zur Entwicklung besserer Systeme gab der Untergang der „Pamir“ 1957. 80 Seeleute starben, obwohl sie Rettungswesten trugen. Jost Bernhardt betrieb Grundlagenforschung zur Schwimmphysik. Gemeinsam mit Experten der neuen Bundesmarine wurden die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt. Heute haben die Entwickler von Bernhardt Apparatebau andere Dinge im Auge zu behalten. Außer der Technik hat für die Sportschifffahrt der modische Aspekt große Bedeutung. In 17 Vitrinen ist die Secumar-Sammlung aufbereitet worden. Hunderte Exponate gibt es. Zudem sind viele Bilder und einige Filme zu sehen. Das älteste Ausstellungsstück ist eine Weste der DLRG aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Etwas jünger noch eine Kork-Rettungsweste. Diese nicht sehr sichere Form der Rettung war bereits im Mittelalter bekannt. Wichtig auch eine der ersten Keil-Rettungswesten, die in den 50er Jahren das Zeitalter moderner Systeme einläutete.

Secumar hat mehr als 700 verschiedene Modelle entwickelt. Exemplare für Seenotretter, Marine, Piloten, Feuerwehr sowie Sport- und Binnenschifffahrt werden ausgestellt. Nicht nur die „Historia Secumaris“ des Weltmarktführers in Sachen maritime Rettungssysteme wird mit dem Museum aufgearbeitet. Auch Produkte aus anderen Ländern und von anderen Firmen werden gezeigt.

Um das gesammelte Wissen für den Besucher optimal darzustellen, wird derzeit an einem Museumsführer gearbeitet. Außerdem soll es eine digitale Datenbank geben, in die jedes Schwimmwestenmodell eingetragen werden kann. Geöffnet ist das Museum im Bredhornweg 39 Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16.30 Uhr und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr. Eintritt ist nicht zu zahlen. Schulklassen und andere Gruppen sollten vorher eine Führung vereinbaren, Telefon 04103/125-0. www.secumar.com

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