Kandidatur : „Die Genossen sind zufrieden mit mir und meiner Arbeit“

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Der Sommer geht zu Ende und damit auch die Reihe unserer Sommerinterviews, mit denen wir Ihnen seit Mitte Juli jeden Freitag einen Politiker aus dem Kreis Pinneberg vorgestellt haben.

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08. September 2011, 20:21 Uhr

In dieser vorerst letzten Ausgabe unserer Sommerinterviews sprachen wir mit der Landtagsabgeordneten der SPD, Siegrid Tenor-Alschausky über den fehlenden langen Atem in der Politik.

UeNa: Frau Tenor-Alschausky, sind die Genossen mit Ihrer Arbeit so unzufrieden oder warum haben sie gleich drei parteiinterne Gegenkandidaten als Direktkandidatin für den Wahlkreis Elmshorn?

Tenor-Alschausky: Ich denke, dass jeder der vier Bewerber seine persönlichen Motive für eine Kandidatur hat. So vertritt beispielsweise Mats Hansen natürlich die Interessen der Jusos und auch deren Programmatik. Dennoch denke ich nicht, dass die Genossen unzufrieden mit mir sind. Zu einer Wahl gehören auch verschiedene Positionen und Kandidaten, das ist in jeder Partei so.

Haben denn ihre Gegenkandidaten sie im Vorwege über die Kandidaturen informiert? Ja. Alle drei haben vorher mit mir gesprochen und ihre Motive erklärt. Haben Sie Angst vor einer Niederlage?

Man sollte keine Angst haben, wenn man in die Politik geht. Ich bin zuversichtlich, dass ich mich am Ende mit meinen Positionen behaupten kann und wieder als Direktkandidatin gewählt werde.

Die heiße Phase des Landtagwahlkampfes hat noch nicht begonnen, dennoch: welche Schwerpunkte wollen sie setzen? Da ist zunächst einmal die Bildungspolitik. Ich bin glücklich, dass wir nach langer Diskussion ein neues Schulgesetz hatten. Dieser Schulfrieden jedoch wurde von der FDP gebrochen und hat für Unruhe unter Eltern, Schülern und Lehrern gesorgt. Ich werde mich in der Fraktion und im Landtag weiter dafür einsetzen, dass das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern aufgehoben wird.

Welche weiteren Schwerpunkte werden den Wahlkampf bestimmen? Wir haben ein neues Kinderschutzgesetz, das am Ende einstimmig verabschiedet wurde. Ich will den Dialog zur Umsetzung weiterführen, mit allen relevanten Gruppen und Gremien zu sprechen und keine Entscheidungen an den Betroffenen vorbeitreffen. Das Frauenhaus in Wedel ist weiterhin in einer kritischen Situation. Auch ihr Spitzenkandidat, Thorsten Albig, hat sich nicht eindeutig positioniert, ob er die Mittel an das Frauenhaus aufrecht erhalten möchte.

Wir haben eine unsägliche Debatte im Landtag dazu geführt. Die Kritik der Abgeordneten Ostmeier und von Abercron habe ich zur Kenntnis genommen. Die SPD setzt andere Schwerpunkte im Haushalt, wir setzen nicht auf Wirtschaftsförderung für unsinnige Einzelprojekte, sondern wollen gezielt soziale Projekte unterstützen, die der Gesellschaft dienen.

Was wird sich denn unter einer neuen SPD-geführten Regierung ändern? Es gibt zahlreiche Baustellen im Land. CDU und FDP haben viel kaputt gemacht, diese Scherben müssen wir zusammen kehren. Das Land muss sich entwickeln. Dabei dürfen wir Menschen, die sich nicht allein helfen können, aus welchen Gründen auch immer, nicht vergessen sondern müssen Angebote für Prävention und Hilfen schaffen. Das lässt sich am ehesten mit den Grünen umsetzen? Da wir höchstwahrscheinlich keine absolute Mehrheit bekommen werden, brauchen wir einen Koalitionspartner. Die politischen Inhalte zwischen SPD und Grünen passen am besten zusammen, zudem gibt es auch menschlich keine Probleme miteinander. Wieso hat Politik immer den faden Beigeschmack, nur von Wahl zu Wahl zu denken? Es stimmt wohl, dass viele nur den nächsten Wahltermin im Auge haben. Wir müssen uns jedoch alle angewöhnen, langfristig zu planen. Dafür ist allerdings bei allen Parteien ein langer Atem nötig. Politik muss das Ohr an den Problemen der Menschen haben. Diesen langen Atem und das Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen in Bund, Land, Kreis und Kommune wünschen wir allen Politikerinnen und Politikern und bedanken uns an dieser Stelle bei allen Gesprächspartnern der vergangenen Wochen für die Unterstützung sowie bei unseren Leserinnen und Lesern.

Die Sommerinterviews gehen im kommenden Jahr weiter. Ab Oktober lassen wir in Kurzinterviews nicht nur Politiker aus dem Kreis Pinneberg zu Wort kommen.

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