zur Navigation springen

Gedenktage : Die frohe Botschaft hat das letzte Wort

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der 9. November ist ein geschichtsträchtiges Datum und deswegen reich an Gedenktagen. In diesem Jahr fällt er auf einen Sonntag. Für Pastor Stefan Weißflog und Kirchenmusiker Mitsuhiro Ikenoya ein guter Grund, einen besonderen Gottesdienst zu gestalten, der um 10 Uhr in der St. Michaelkirche beginnt.

Die vier Daten bilden das Gerüst des Gottesdienstes. Es sind das Ende des Ersten Weltkriegs 1918, der Hitlerputsch 1923 mit dem Marsch auf die Münchner Feldherrenhalle, die Reichskristallnacht 1938 mit der Zerstörung von Synagogen, Betstuben, jüdischen Geschäften, Wohnungen und Friedhöfen sowie der Fall der Mauer 1998.

Zu jedem Datum wird Weißflog einen passenden Bibelvers oder eine -geschichte vortragen. Die klaren Strukturen des Gottesdienstes werden nicht aufgegeben, versichert der Pastor. Neun Stücke hat Mitsuhiro Ikenoya zusammen mit dem Pastor für den Gottesdienst ausgesucht. Zu hören ist Klezmer-Musik sowie Werke von jüdischen Musikern, wie Felix Mendelssohn-Bartholdy und Leonard Bernstein.

Die aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusik passt für Weißflog besonders gut zu dem historischen Thema, weil sie sowohl schwermütig als auch fröhlich sein kann und etwas Befreiendes hat.

Ikenoya hatte bereits während der Konfirmationen Klezmer gespielt und dies hatte sich als passend erwiesen. Der Kirchenmusiker wird auf dem Sopransaxophon spielen. „Das Instrument klingt toll zu Klezmer“, freut er sich. Begleitet wird er von Chihiro Hirayama am Klavier. Sie kennen sich von der Volkshochschule Tornesch/Uetersen, für die beide als Dozenten tätig sind. Die Pianistin und der Kantor sind in Japan geboren. Doch wie kommt ein Asiate zur Klezmer-Musik? In seinem Heimatland habe er sich damit nicht beschäftigt, berichtet Ikenoya. Erst während seiner Ausbildung zum Kirchenmusiker in Deutschland kam er damit in Berührung. Bei Festen und Trauerfeiern sei sie immer noch weit verbreitet, erklärt er, besonders in Ost- und Südosteuropa. Wichtig ist für Weißflog, dass am Anfang und am Ende zwei positive geschichtliche Ereignisse stehen. „Zwang und Bosheit haben nicht das letzte Wort“, so der Pastor, „sondern die frohe Botschaft.“

zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2014 | 22:04 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert