Die Forderung nach „2 plus 2“ bleibt

Gisela Hüllmann und Gerhard Quast von der Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof? Nein Danke“ haben einen Erfolg in ihrem Kampf für mehr Zugahlte in Tornesch erzielt.
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Gisela Hüllmann und Gerhard Quast von der Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof? Nein Danke“ haben einen Erfolg in ihrem Kampf für mehr Zugahlte in Tornesch erzielt.

bahnPolitik und Bürgerinitiative begrüßen zusätzliche Zughalte in Tornesch − weitere Verbindungen nach Hauptbahnhof und Altona fehlen

shz.de von
09. März 2017, 16:00 Uhr

Politik, Bürgermeister und die Bürgerinitiative „Dorfbahnhof? Nein Danke“ haben positiv auf die Ankündigung von Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) reagiert, dass Tornesch künftig zusätzliche Zughalte bekommt. Doch die Forderung nach vier Verbindungen pro Stunde − davon jeweils zwei nach Hauptbahnhof und Altona − bleibt bestehen, sind sich die Beteiligten einig.

Sechs zusätzliche Verbindungen, zwei davon in den Abendstunden. Das hat Meyer fest zugesagt (wir berichteten). Mit dem neuen Fahrplan im Dezember sollen die Züge die Bahnanbindung Torneschs an die Metropole Hamburg verbessern. Zudem gab Meyer bekannt, dass bereits ab den Sommerferien ein Frühzug montags bis freitags ab 7.20 Uhr exklusiv ab Tornesch verkehrt.

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative, die seit September 2014 für zusätzliche Zughalte in der 13  000-Einwohner-Stadt kämpfen, ein Erfolg. „Mit großer Freude habe ich davon erfahren“, sagte BI-Sprecher Gerhard Quast. Positiv sei zudem, dass der Fahrplan bereits veröffentlicht wurde. Die zusätzlichen Verbindungen seien ein „echter Fortschritt“, so Quast.

Das sieht auch BI-Initiatorin Gisela Hüllmann so. Gerade die Abendzüge seien wichtig, um beispielsweise eine Heimfahrt nach einem Theaterbesuch zu ermöglichen. „Ich begrüße die Zusage des Ministers und bin darüber sehr froh“, sagte Hüllmann. Die BI-Vertreter betonten allerdings auch, dass die so genannte „2+2-Forderung“ nach jeweils zwei Verbindungen pro Stunde nach Hauptbahnhof und Altona, bestehen bleibe. Das machte auch Bürgermeister Roland Krügel (CDU) deutlich. Über die neuen Verbindungen freut sich der Verwaltungschef. „Das ist eine Verbesserung“, sagte Krügel, der im UeNa-Gespräch allerdings betonte, dass die zusätzlichen Zughalte auch zwingend erforderlich seien.

Für SPD-Fraktionschefin Verena-Fischer Neumann ist „jeder Zug mehr, der in Tornesch hält, super“. Entsprechend begrüße sie die Ankündigung des Verkehrsministers. Die CDU sieht sich und die vielen Mitstreiter für mehr Bahnhalte in Tornesch bestätigt. „Seit vielen Jahren appellieren wir an das Land, mehr Züge einzusetzen, dieses wurde aber immer abgelehnt, da es angeblich keine Kapazitäten auf der Strecke mehr gibt. Dass nun sechs zusätzliche Züge auf der Strecke fahren können, zeigt doch, dass es immer Wege gibt, wo auch ein Wille ist“, sagte Fraktionschef Christopher Radon.

Etwas zurückhaltender reagierte FDP-Vertreter Gunnar Werner auf die Nachricht aus Kiel. „Grundsätzlich begrüßen wir mehr Zughalte in Tornesch“, sagte der Fraktionsvositzende der Tornescher Liberalen. Doch er sehe nicht, dass die angekündigten Verbindungen die Probleme der Pendler, die morgens und abends unterwegs seien, lösen würden. Zudem sagte Werner zu der Ankündigung des Ministers: „Glauben tun wir es erst, wenn es im Fahrplan steht.“

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