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Freie Wahlgemeinschaft : Die Dorfpolitik aufgemischt

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ein bunter Haufen“, so erinnert sich Michael Wiest, habe sich damals zur Freien Wahlgemeinschaft zusammengetan. „Von links bis konservativ war alles vertreten“, so der FW-Vorsitzende. Das 20-jährige Bestehen soll am Sonntag, 2. Februar, ab 11 Uhr in der Dorfkneipe „Op de Deel“ gefeiert werden.

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 21:34 Uhr

Aufgestoßen war den Freien Wählern der Umgang des damaligen Bürgermeisters Klaus Groth (CDU) mit Menschen, die sich engagierten. Gründungsvater Helmut Gröne ist zuvor SPD-Fraktionsvorsitzender gewesen und während einer turbulenten Veranstaltung praktisch aus der Hetlinger Partei geworfen worden.

Folglich grenzte sich das erste Programm zur Kommunalwahl 1994 klar von den beiden etablierten Parteien ab. Das schien im Dorf auf Resonanz zu stoßen, denn mit zwei Sitzen zogen die FWler in das Dorfparlament ein.

Der Streit um Sanierung oder Neubau von Schule und Kindergarten bestimmte damals die scharfen Auseinandersetzungen, zumeist zwischen FW und CDU. Es mündete in einem Bürgerentscheid kurz vor der Kommunalwahl 1998, mit dem der von der FW favorisierte Erhalt abgelehnt wurde. Bei dem Urnengang verloren die Freien Wähler und saßen nur noch mit einem Politiker im Gemeinderat.

„Wir waren kurz vor der Auflösung“, erinnert sich Pressesprecher Michael Rahn. Man entschloss sich zum Weitermachen, denn immerhin rund 40 Prozent der Bürger hatten beim Bürgervotum ihre Position geteilt.

Aufwärts ging es danach wieder. Die FW holte bei den folgenden Wahlen drei, fünf und 2013 dann sechs Sitze. Von der Schwäche und späteren Auflösung der SPD-Bürgerliste profitierte man.

Wert legen die Freien darauf, die Bürger zu informieren und nach Möglichkeit an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Eingesetzt hat man sich für den Hetlinger Jugendraum, das Solardach auf der Schule und in der Bürgerinitiative gegen die A20. Gewandelt haben sich die internen Strukturen. Hatten am Anfang mit Gröne, Wiest, Kurt Hartz und Lars Thomsen vier Männer das Sagen, so diagnostiziert Rahn mit Blick auf die Kandidatenliste zur jüngsten Kommunalwahl einen „Frauenüberhang“.

Eine hohe Kontinuität gibt es bei den Bürgerlichen. Von den Gründungsmitgliedern sind noch acht dabei. Ein großer Teil der aktuell 37 Mitglieder engagieren sich in der politischen Arbeit. „Das hat intensive Diskussionen“ zur Folge, so der FW-Fraktionschef, die „manchmal anstrengend“ sind, denn „jeder soll sich einbringen können.“ Beeindruckt habe ihn damals, erinnert sich Rahn an die Anfänge, dass sich Gröne und Groth in der Gemeindevertretung harte Auseinandersetzungen lieferten, anschließend aber beim Bier zusammenstanden und schnackten. Mit Blick auf die aktuellen Kontroversen sagt der erste stellvertretende Bürgermeister: „Das hinterher Miteinanderreden fehlt uns heute.“ www.fw-hetlingen.de

Vier Vorsitzende Gründungsvater der Freien Wahlgemeinschaft ist Helmut Gröne, der 1994 auch den Vorsitz übernahm. Er zog zusammen mit Kurt Hartz erstmals für die FW in die Gemeindevertretung ein. 1995 übernahm Lars Thomsen den Vorsitz.

Von 2000 bis 2009 sowie seit 2012 ist Michael Wiest Chef der Bürgerlichen. Zwischen 2009 und 2012 lag dieses Amt in den Händen von Ben Lodemann. Heute sitzen für die FW Michael Rahn, Ralf Hübner, Beate Hormann, Renate Springer-König, Margit Tolle und Oliver Lammert im Gemeinderat.

Letztgenannter ist mit 24 Jahren der jüngste Hetlinger Gemeindevertreter und auch dafür verantwortlich, dass die FW via Facebook und YouTube stark im Internet vertreten ist.

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