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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 00:35 Uhr

Verdienstkreuz : Die DLRG vorangebracht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ich dachte, eine solche Auszeichnung bekommt man nur für Arbeit, die man schon geleistet hat. Aber ich bin doch noch gar nicht fertig“, kommentiert André Tschirner die Verleihung des Verdienstkreuzes, das ihm in der vergangenen Woche in Kiel durch Ministerpräsident Torsten Albig überreicht wurde. Der Vater von vier Kindern engagiert sich seit seinem 15. Lebensjahr in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf Orts- und Landesebene. Die Arbeit und Ideen des 44-Jährigen haben die DLRG Schleswig Holstein maßgeblich mitgeprägt.

Aufgewachsen in der Schwimmhochburg Elmshorn wurde Tschirner schon früh zum Schwimmer. Da er, wie er selbst meint, nicht gut genug für den Leistungssport war, fand er schnell seine Aufgabe als Ausbilder und Rettungsschwimmer der DLRG-Ortsgruppe Elmshorn. Schon bald gab man ihm mehr Verantwortung und er wurde zum Landesausbildungsleiter gewählt. André Tschirner schaffte es, Jugendliche für qualifizierte Lehrgänge zu gewinnen und die Ausbildungsqualität der Rettungsschwimmer zu erhöhen. „Wir haben seit Ende der 90er Jahre unsere Leitungspalette kontinuierlich erweitert. Von Rettungsschwimmern der DLRG wird heute ja nicht nur erwartet, dass sie Menschen aus dem Wasser retten können. Sie müssen funken können, erste Hilfe am Strand und im Wasser leisten können, Boote bedienen und vieles mehr“. Gleichzeitig suchte er immer neue Wege, die DLRG weiter zu entwickeln und dabei möglichst alle 32000 Mitglieder einzubeziehen. So initiierte er den bundesweit einmaligen Lehrgang „Oldies but Goldies“ für Ausbilder über 50 Jahre. „Wir haben viele ältere Mitglieder, die nach wie vor aktiv sein wollen und von deren Wissen und Erfahrung wir profitieren können. Sie müssen ja nicht mehr ins Wasser, um Leben zu retten. Aber als Wache und Ansprechpartner an Land sind sie Gold wert“, erklärt Tschirner das Konzept.

Seine berufliche Arbeit hat auf den ersten Blick wenig mit der ehrenamtlichen Tätigkeit zu tun: er ist Mitglied der Geschäftsleitung der Köllnflocken Werke in Elmshorn. Aber er ist überzeugt: „Mein Ehrenamt hat mich für meine Arbeit bei Kölln sehr gut vorbereitet. Aus dem Steggreif Reden halten, Menschen führen und motivieren, zusammen im Team etwas erreichen – alles Dinge, die ich bei der DLRG gelernt habe“.

Die nächste große Herausforderung für die DLRG im Land und auch auf Kreisebene sieht Tschirner in dem Problem der Schwimmhallenschließungen: „Es ist eine sehr besorgniserregende Entwicklung. Hier im Kreis Pinneberg schließen das Strandbad des Bokeler Sees und das Pinneberger Freibad. Kleinschwimmhallen im Raum Rellingen und Halstenbek sind auch betroffen. Viele Kinder müssen zu weit fahren, um schwimmen zu lernen. Da werden wir uns noch reinknien“.

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erstellt am 16.Dez.2012 | 19:08 Uhr

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