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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 06:24 Uhr

Flüchtlinge : Die DaZ-Erfolgsgeschichte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Integration von Flüchtlingskindern und ihre Vorbereitung auf den regulären Unterricht sind für die Schulen im Kreis Pinneberg nach Angaben von Fachleuten kein Problem. „Wir wuppen das im Moment noch gut und bekommen reichlich Unterstützung“, sagte Schulrat Michael Doppke gestern.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 20:18 Uhr

Schule und hier vor allem den sogenannten DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Klassen kommt in der aktuellen Flüchtlingsdebatte eine zentrale Rolle zu. In den DaZ-Klassen bekommen die Kinder und Jugendlichen aus einer Flüchtlingsfamilie gleichermaßen Fachunterricht und Sprachförderung, werden außerdem mit der Kultur ihres neuen Heimatlandes vertraut gemacht. Fortlaufend richtet das Schulamt an den Schulen neue Klassen ein, weil der Bedarf zunimmt. Ihre Zahl stieg von 19 zu Beginn des Schuljahres 14/15 auf inzwischen 39. „Die Zahl der DaZ-Schüler stieg im gleichen Zeitraum von 356 auf 500“, sagte Hakan Akgün, DaZ-Koordinator im Kreis Pinneberger Schulamt.

Auch die Planstellen werden dem erhöhten Bedarf ständig angepasst. 43 sind es im Augenblick, bis Februar dürfte die Zahl um weitere zehn ansteigen. Diese Entwicklung macht Schulrat Michael Doppke zufrieden. „Wir gehören ja eher zu den kritischen Menschen, aber was sich im Moment bewegt, ist wirklich gut“, sagte er.

Mit der Struktur der pädagogischen Arbeit in den DaZ-Zentren gilt Schleswig-Holstein bundesweit als Vorreiter. „Wir sind sehr gut aufgestellt und verfügen über inzwischen langjährige Erfahrung“, sagte die stellvertretende Schulleiterin des Schulzentrums Nord in Pinneberg und DaZ-Kreisfachberaterin, Susanne Gilberg-Lemke. Schon in den 1980er Jahren habe es Vorbereitungsklassen für Kinder mit sprachlichen Defiziten aus deutschen und Zuwandererfamilien gegeben.

Ebenso wie Michael Doppke und Hakan Akgün lobte sie die hohe Motivation der Pädagogen „trotz der riesigen Herausforderung“. In den DaZ-Klassen werden Kinder unterschiedlichen Alters, Herkunft und Bildungsstandes gemeinsam unterrichtet. „Da sind Kinder, die noch nie eine Schule besucht haben und erst alphabetisiert werden müssen, aber auch Kinder, die bereits über einen hohen Bildungsstand verfügen“, sagte Gilberg-Lemke. Beeindruckt sind die Fachleute auch von dem Engagement außerschulischer Initiativen und Organisationen. Spenden kämen etwa vom Rotary oder Lions Club für die Beschaffung spezieller Unterrichtsmaterialien, so Hakan Akgün. Viele Foren unterstützten die Lehrkräfte außerdem ehrenamtlich.

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