Bildungswesen : Die BfB-Fraktion plädiert für „pädagogisch wertvoll“

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Schule ist in Bewegung! Und das ist grundsätzlich gut so. Denn sie ist Teil dieser Welt, die ebenfalls nicht ruhelos ist.

shz.de von
05. Mai 2015, 20:31 Uhr

Zur Erziehung eines Kindes bedarf es eines ganzen Dorfes, so lautet ein afrikanisches Sprichwort. Dass das nicht nur eine Floskel ist, wird auch hierzulande immer deutlicher. Viele Kinder, die heute in die erste Klasse eingeschult werden, finden sich in der großen Klassengemeinschaft nicht zurecht. Oft ist es die mangelhaft ausgeprägte sozial-emotionale Entwicklung, die ausschlaggebend dafür ist. Aber auch die körperlich-motorische Reife ist zuweilen unzureichend vorhanden. Ursachenanalyse wird überall betrieben. Doch ist auch schnelle Abhilfe des Phänomens erforderlich.

Insofern werden zum Beispiel kleinere Klassen gebildet, manche Schüler werden in Kleinstgruppen unterrichtet, insbesondere dann, wenn sie sprachliche Defizite aufweisen. Schließlich sollen auch diese Kinder möglichst noch während ihrer Grundschulzeit auf das Lernniveau gebracht werden, das einen problemlosen Übergang zur Sekundarstufe I möglich werden lässt.

Der Raumbedarf wächst also. Er wächst aber auch, weil viele Schulen heute Ganztagsangebote vorhalten, die Kinder also ihren Lebensmittelpunkt in der Schule finden. Irgendwann gerät auch das größte Gebäude an seine räumlichen Grenzen. Bei der Friedrich-Ebert-Schule handelt es sich um einen Backsteinbau, der nur bedingt ausreicht für eine Dreizügigkeit unter den oben dargestellten Annahmen.

Schulleiterin Karen Schlüter möchte daher neue Räume für ihre Schule. Das Thema ist nun erneut Gegenstand der Tagesordnung des Bildungsausschusses am morgigen Donnerstag. Wie soll umgegangen werden mit dem Wunsch der Schule? Viel Geld ausgeben – welches eigentlich nicht vorhanden ist – oder nach anderen Lösungen suchen. Zum Beispiel könnte an der Schule eine Zweizügigkeit eingerichtet werden. Dann würde der Raumbedarf befriedigt werden können. Die BfB-Fraktion will das aus pädagogischen Gründen nicht. Sie hält die Vielfalt des Angebotes an der Friedrich-Ebert-Schule bei Wegfall eines Zuges für gefährdet. Darunter würde das Schulleben leiden.

Nach intensiven Beratungen und Gesprächen haben sich die Bürgerlichen jetzt dazu entschlossen, einen Antrag zu stellen, der einen Neubau auf dem Gelände der Schule vorsieht. Und zwar im kommenden Jahr. Entsprechende Mittel sollten in den Haushalt 2016 eingestellt werden, bereits im Nachtragshaushalt 2015 sollten die Planungskosten dafür eingestellt werden.

„Wir haben das Problem der Schule erkannt und sehen dringende pädagogische Gründe, die dafür sprechen, die Dreizügigkeit der Grundschule beizubehalten. Wir halten einen Neubau in der Größenordnung von rund 160 Quadratmetern für angemessen“, sagt Petra Jäger von der BfB-Fraktion.

Entstehen sollen nach BfB-Vorstellungen zwei weitere Gruppenräume mit jeweils 65 Quadratmetern sowie der notwendige Flurbereich.

Die Verwaltung soll gebeten werden, einen geeigneten Standort für den Neubau auf dem Gelände zu finden und die Kosten für den geplanten Bau zu ermitteln. Die Schulleiterin soll bei der gesamten Planung einbezogen werden.

Inwieweit sich die Fraktion am Donnerstag wird durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Im Ausschuss verfügt die BfB über vier Stimmen. Das Gremium besteht aus elf Abgeordneten von (außerdem) SPD, CDU und Grünen.

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