Diskussion : Die Bahnkunden sind sauer

Die Regionalbahn als Alternative zum Auto? Viele Pendler aus dem und in den Kreis Pinneberg beantworten diese Frage längst mit einem klaren „Nein“. Grund: Sie bemängeln Zugverspätungen und -ausfälle, die Qualität der Nordbahn und werfen den Verantwortlichen vor, seit der Fahrplanumstellung im Dezember Elmshorn gegenüber Pinneberg zu bevorzugen. In der vergangenen Woche stellten sich die Fachleute der Betreibergesellschaft Nah.SH, der Nordbahn und der Schienenbetreiberin DB Netz AG auf Einladung der Stadt Pinneberg den Bürgern und wurden von deren Verärgerung ebenso kalt erwischt wie von der Menge der drängenden Fragen. Am Ende war klar: Auf schnelle Besserung können die Bahnfahrer wohl nicht hoffen

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18. Mai 2015, 21:30 Uhr

„Wir erwarten für Pinneberg wirkliche Verbesserungen. Die Stadt braucht dringend verlässliche und planbare Verbindungen“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg und legte damit den Finger in die größte Wunde. Seit dem Fahrplanwechsel halten nur noch vereinzelt Züge in Pinneberg, es gibt entsprechend weniger direkte Verbindungen zum Hamburger Hauptbahnhof, und wer nach Kiel möchte, muss in den meisten Fällen in Elmshorn umsteigen.

Nah.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers hatte für die massiven Beschwerden der Nordbahn-Kunden dennoch nur bedingt Verständnis. In der Tat sei der neue Fahrplan eine große Umstellung und ein Kompromiss. Aber die Entscheidung sei richtig gewesen. „Wir wollten für das gesamte Netz Mitte einen besseren Fahrplan mit mehr Sitzplätzen in den Zügen schaffen. Das ist gelungen.“ Nun gehe es darum zu gucken, „wo Nachbesserungen möglich und sinnvoll sind“, sagte er.

Für viele Bahnkunden keine akzeptable Antwort. Sie forderten während der Informationsveranstaltung zum Teil lautstark Entschädigungen für die Unannehmlichkeiten der vergangenen Monate. Immerhin prüft die Nah.SH GmbH derzeit die Chancen für zusätzliche Züge. Das hängt von der Finanzierbarkeit ab. „Außerdem wird geprüft, ob die vorhandenen Züge einen zusätzlichen Halt in Pinneberg einlegen könnten, ohne an anderen Stellen Anschlüsse zu gefährden“, sagte Bernhard Wewers.

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