Tornescher Sozialverband : Die Armut treibt ihnen Mitglieder zu

Das wachsende Gefälle zwischen Arm und Reich treibt dem Sozialverband Deutschland (SoVD) immer mehr Mitglieder in die Arme. Der Ortsverband Tornesch nahm im vergangenen Jahr 43 Ratsuchende auf. Abzüglich von acht Todesfällen und 17 Austritten wuchs er damit von 579 auf 597 Personen an. Auch 2014 hat der Verband bereits viele Neuzugänge verzeichnet.

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16. März 2014, 22:30 Uhr

Der Vorsitzende Joachim Selk betonte während einer Mitgliederversammlung im POMM 91 vor rund 100 Zuhörern: „Diese Mitglieder kommen nicht zu uns, weil wir leckeren Kaffee und Kuchen und Unterhaltung bieten. Diese Mitglieder kommen zu uns, weil sie unsere Rechtsberatung in sozialen Bereichen in Anspruch nehmen.“ Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander.

Der Tornescher SoVD berät seine Schutzbefohlenen aber nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch durch Veranstaltungen. Nach einer Kaffeetafel informierte zum Beispiel Maren Freundt, Leiterin der Diakoniestation Uetersen, die Gäste über das Leben im Alter, Pflege, Pflegehilfe und Demenz. Die Feuerwehr Ahrenlohe bereitete die Mitglieder bei einer Brandschutzübung auf den Ernstfall vor. Dazu kommt das Engagement vor Ort: „Wir haben uns eingesetzt, dass am Wahllokal Alte Post an der Willy-Meyer-Straße eine Rampe installiert wird“, sagte Selk. Auf diese Weise entstand ein barrierefreies Wahllokal. Darüber hinaus setzt sich der Tornescher SoVD auch für andere soziale Vereine vor Ort ein. So stellte er für die Weihnachtsfeier der Arbeitsgemeinschaft (Arge) freier Wohlfahrtsverbände acht Helfer zum Eindecken und Bedienen ab. Zudem trugen die Aktiven für die Arge 59 Geburtstagskarten aus. Zu den eigenen Mitgliedern brachten sie sogar 160 Geburtstagsgrüße und Blumen für 750 Euro.

Neben der Beratung genießt die Pflege der Gemeinschaft im Tornescher Sozialverband einen hohen Stellenwert. Er bot im vergangenen Jahr Kaffee- und Grillnachmittage, Tagesausfahrten mit Spargelessen und Kohlbüfett und eine Weihnachtsfeier an. Im Vorstand gibt es drei neue Gesichter. Den Posten der Schriftführerin übernahm Monika Hachmann von Gertrud Conrad, die freiwillig an die Stelle der Stellvertreterin rückte. Gitta Bunte und Uwe Mainz wurden zu neuen Beisitzern gewählt. Mainz engagiert sich als Pressewart sowie in der Gestaltung der Internetseite. „Er ist eine Riesenentlastung für mich“, sagte Selk.

Der Bürgervorsteher Peter Daniel lobte das Gremium: „Der Vorstand hat seine Arbeit zur Zufriedenheit aller erledigt. Sie sind alle wiedergewählt worden, nicht weil keine anderen da waren, sondern weil Sie es gut gemacht haben.“

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