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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 22:29 Uhr

Psychiatrie im Film : Die Angst kennt keine Logik

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Angststörungen und Depressionen sind schwere psychische Erkrankungen. Sie unterscheiden sich von schweren körperlichen Gebrechen oder auffälligen Krankheitsbildern (wie ein gebrochener Fuß) durch fehlende gesellschaftliche Akzeptanz. Nach wie vor haben diese Erkrankungen und zum Teil auch die am Prozess der Heilung/Therapie Beteiligten mit Stigmatisierungen innerhalb der Gesellschaft zu kämpfen. Aufklärung tut Not. Das dachte sich auch das Filmforum Elmshorn, ein Projekt der Brücke Elmshorn. Seit geraumer Zeit bietet das Forum Kinotage unter dem Motto „Psychiatrie im Film“ an.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 20:22 Uhr

Bislang im Beluga-Kino Barmstedt. Dieses Lichtspielhaus wurde unlängst geschlossen. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe stießen Imme Schippmann (Brücke Elmshorn, Sozialpädagogin), Irene Eickelberg (Brücke Schleswig-Holstein, Fachkraft im Betreuungsdienst) und Vanessa Baumgartner (Bewohnerin Brücke Elmshorn) auf das Burg-Kinocenter und rannten bei Betreiber Bernd Keichel offene Türen ein.

Im Kinocenter an der Marktstraße 24 bedient man schon seit vielen Jahren beide Pole des Genres: Zeitgeist (Mainstream) und Filmkunst.

Für Keichel ist „Psychiatrie im Film“ eine weitere Plattform, auf der man sich trifft und aus- tauschen kann. Das Geldverdienen stehe dabei nicht im Vordergrund.

Wenn man 20 Besucher begeistern könne, sich unter diesem Motto regelmäßig im Kino zu treffen, dann sei das bereits ein toller Erfolg. „Psychiatrie im Film“ startet am Sonntag, 15. November, mit einem aktuellen Film, der sich im Spannungsfeld zwischen Tragödie und Komik bewegt. „Hedi Schneider steckt fest“ heißt er und wird zur Matineezeit im Burg-Kinocenter gezeigt, also von 11 Uhr an.

Eintrittskarten können zum Preis von sechs Euro an der Kinokasse erworben werden. Verbindliche Reservierungen werden telefonisch unter der Rufnummer 0 41 22 /92 91 85 entgegengenommen. Im Anschluss an den Film, gedreht in diesem Jahr, besteht Gelegenheit zur Diskussion und zum geselligen Beisammensein im Foyer des Kinos.

In „Hedi Schneider steckt fest“ spielt Laura Tonke eine Frau, die augenscheinlich ohne Vorwarnung den Bezug zu sich selbst verliert. Der Film zeigt die Auswirkungen auf ihr Beziehungsleben.

Der Streifen liefert also keinen konkreten Grund für Hedis Absturz. Es könne jeden treffen, vermittelt er vielmehr, und das ist wohl auch richtig. Denn Angst kennt keine Logik. Aber weil Hedi der Humor so kostbar ist, wird im Film versucht, Hedis schweren Leidensweg in Art einer Familienkomödie zu erzählen. Inwieweit das Regisseurin Sonja Heiss gelungen ist, bleibt dem Zuschauerkreis vorbehalten.

Die Kritik sagt: Alle naslang fordert der Film seine Zuschauer heraus, voreilig gefasste Urteile zu revidieren, Sympathien umzuverteilen, Handlung und Handelnde neu zu bewerten. Hedi Schneider steckt fest ist nichts für faule Geister. (Internationale Filmfestspiele Berlin).

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