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Klang der Bilder : Die Abstraktion bei Rudolf Jahns – Inspirationsquelle war die Musik

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wer sich in nächster Zeit Richtung Norden in den Urlaub begibt oder als Kunstliebhaber Ausflüge an die Ostsee plant, sollte sich einen Abstecher von der Autobahn gönnen.

Denn eine bemerkenswerte Ausstellung des in Wolfenbüttel 1896 geborenen Malers Rudolf Jahns ist unter dem Titel „Klang der Bilder“ im Kloster Cismar an der Bäderstraße 42 bei Grömitz zu sehen.

Die Umgebung des massiven Klosterbaus mit Innenhof und Burggraben ist ein Refugium und die Galerie, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gotttorf steht, verläuft großzügig über zwei Etagen. Das künstlerische Schaffen Rolf Jahns erstreckt sich über sechs Jahrzehnte, vom Ende des ersten Weltkrieges, in dem er als Sanitäter Dienst tat, bis in die 1980er Jahre. Jahns starb 1983 in Holzminden. Um 1920 brachte er expressionistische und kubistisch geprägte Arbeiten hervor, allerdings nur kurz, anschließend zeigt seine Malerei eher die analytische Formensprache des Konstruktivismus.

Die klare Gliederung und Hängung der Schau lässt den Betrachter an der Entwicklung des Künstlers teilhaben. In der frühen Werkphase, so ist in Jahns Arbeiten erkennbar, löst er „strenge Gefüge des geometrischen Formenvokabulars durch eingespannte organische Formen“ auf.

Mit seinen folgenden Kompositionen nimmt Rudolf Jahns eine besondere Rolle in der Geschichte der abstrakten und konstruktiven Kunst in Deutschland ein. Um 1924 hat er Erfolge mit „Akte im Raum“ in der Galerie „Der Sturm“. Zusammen mit Kurt Schwitters und anderen Künstlern gründet Jahns 1927 die Künstlergruppe „die abstrakten hannover“. In der Ausstellung wird in der Abteilung „Klangfarbe“ deutlich, wie sehr die Produktivität Jahns von seiner Musikalität abhängt. Er vergleicht Töne mit Farben. Dabei geht es ihm nicht um eine exakte Übertragung von Tönen in Farben, sondern um eine „gestaltete Empfindung von Klängen“.

Rudolf Jahns fällt unter die „entarteten“ im Dritten Reich und wird verfemt. Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, gibt die Malerei aber nie auf. In einem weiteren Teil wird eine Auswahl seines umfangreichen Spätwerks, das nach dem zweiten Weltkrieg einsetzt, gezeigt. Interessant ist hier in seinen Werken eine neue Form der Abstraktion, in der sich Jahns dem Spiel von freien Formen, Linien und Farben zuwendet. Es ist ein Katalog zur Ausstellung erschienen. Die Ausstellung ist bis zum 1. Juli täglich von 10 bis 17 Uhr (außer Montag) zu besichtigen. Vom 22 bis 24. Juni finden die Kunst- und Kulturtage Cismar 2012 statt. Weitere Infos unter www.groemitz.de und www.cismar.

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erstellt am 14.Jun.2012 | 21:19 Uhr

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