DFB-Team stolpert sich in der Verlängerung ins Viertelfinale

Als klarer Favorit ging die Deutsche Nationalmannschaft am Montagabend in ihr Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Algerien.

shz.de von
01. Juli 2014, 00:43 Uhr

Porto Alegre. Als klarer Favorit ging die Deutsche Nationalmannschaft am Montagabend in ihr Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Algerien. Dass mit Shkodran Mustafi (ersetzte den erkrankten Mats Hummels) und Benedikt Höwedes erneut zwei gelernte Innenverteidiger auf den Außenpositionen der Viererkette begannen, war aber vor allem in der ersten Halbzeit ein Problem: Beiden Defensivspielern gelang es nicht, sich mit genauen Flanken gewinnbringend ins Offensivspiel einzubringen.

Im Gegenteil: Als sich Mustafi in der neunten Minute am gegnerischen Strafraum einen Fehlpass leistete, folgte darauf der erste gefährliche Konter der Algerier: Islam Slimani war über links auf und davon, Torwart Manuel Neuer verhinderte nahe der Seitenlinie (!) per Grätsche Schlimmeres. Dies war die erste von mehreren guten Gelegenheiten der Nordafrikaner, die immer wieder von Unsicherheiten der Deutschen Abwehr profitierten. Sofiane Feghouli (15.) und Faouzi Ghoulam (19.) zielten aber jeweils hauchdünn vorbei. Die Chancen der DFB-Elf vor der Pause resultierten ausnahmslos aus Fernschüssen, die der algerische Keeper Rais M’Bolhi nicht festhalten konnte. Die beste Möglichkeit vergab Mario Götze, der nach einem abgeprallten Schuss von Felix Kroos aus Nahdistanz nur M’Bolhis Körper traf (40.).

In der zweiten Hälfte brachte der eingewechselte André Schürrle neuen Schwung ins Spiel der DFB-Elf. Mustafi köpfte nach einer Kroos-Flanke genau in M’Bolhis Arme (50.), ehe er später verletzt passen musste. M’Bolhi wurde nun immer stärker: Philipp Lahms Schuss lenkte er noch am Eck vorbei (55.), dann parierte er auch Kopfbälle von Thomas Müller (80.) und Schweinsteiger (89.) bärenstark. Müller vergab eine weitere Großchance, als er einen Traumpass von Sami Khedira erst perfekt annahm, dann aber knapp rechts vorbei schoss (82.). Auf der Gegenseite musste Neuer nach langen Pässen der Algerier mehrmals vor seinem Strafraum als „Libero“ retten. So blieb es beim 0:0 und das Spiel ging in die Verlängerung – wer hätte das vorher erwartet?

Als die Extra-Spielzeit zwei Minuten alt und in Deutschland gerade Mitternacht war, fiel das erlösende Führungstor: Müller bediente von links aus Schürrle, der den Ball mit seiner Hacke zum 1:0 ins Netz lenkte. Für Sicherheit im Deutschen Spiel sorgte dieses Tor allerdings kaum: Weiterhin gab es viele Fehlpässe und Ballverluste. Nach einer Ecke schnupperte der Algerier Mustefa am Ausgleich (101). Erst in der 119. Minute erhöhte Özil im Nachschuss auf 2:0 – was sich noch als sehr wertvoll entpuppte, denn im Gegenzug verkürzte Abdelmoumene Djabou noch zum 2:1 (120.). Dies war der Endstand, und so stolperte Deutschland ins Viertelfinale, wo am Freitag, 4. Juli gegen Frankreich eine klare Leistungssteigerung nötig ist!

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