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VHS Tornesch-Uetersen : Deutschstunden für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ich heiße Ahmad und bin 31 Jahre alt“. Innerhalb nur weniger Unterrichtsstunden in einem Deutsch-Anfängerkurs an der Volkshochschule Tornesch-Uetersen hat der junge Syrier gelernt, sich auf Deutsch vorzustellen. Auch seine Frau Shaza kann die Frage nach Name und Alter in gut verständlichem Deutsch beantworten.

Das junge Paar gehört zu den Asylbewerbern, die in Uetersen Aufnahme gefunden haben und dank einer Spende des Vereins „Menschen helfen Menschen“ sowie der Christuskirche Uetersen an der Volkshochschule Tornesch-Uetersen seit dem 27. Juli einen Deutschkurs beziehungsweise Kurs zum Erlernen des lateinischen Alphabets besuchen. Denn diese 100 Unterrichtsstunden umfassenden Deutschkurse sind nach dem Integrationsgesetz nicht förderfähig, einen Anspruch oder auch Verpflichtung zur Teilnahme an Integrationskursen mit Sprach- und Orientierungskurs haben bislang nur anerkannte Asylbewerber und ab 1. Oktober dann auch Flüchtlinge im laufenden Asylverfahren.

Die Tornescher Politiker hatten bereits 2014 finanzielle Mittel für niedrigschwellige Deutschkurse für in Tornesch lebende Flüchtlinge und Asylbewerber zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr bewilligten sie 8000 Euro zur Bezuschussung von Deutschkursen des Niveaus B1, deren erfolgreicher Abschluss Voraussetzung für den Zugang zum Arbeitsmarkt ist. Im Uetersener Rat war keine Mehrheit für die Bezuschussung von Deutschkursen des Einstiegsniveaus für die in Uetersen und in den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft lebenden Flüchtlingen zustande gekommen. Und so sprangen der Verein „Menschen helfen Menschen“ und die Christuskirche Uetersen mit je 3000 Euro ein.

Mit dem Geld werden drei Einstiegssprachkurse (Niveau A1 beziehungsweise A2) mit je 20 Teilnehmern und ein Kurs, in dem die zehn Teilnehmer mit dem lateinischen Alphabet vertraut gemacht werden, finanziert. Die Teilnehmer stammen vorwiegend aus Syrien, Afghanistan und Eritrea. Die Teilnehmer des Alphabetisierungskurses kommen zweimal in der Woche mit ihrer Dozentin Petra Streese im VHS-Gebäude Tornescher Hof in Tornesch zusammen, die Teilnehmer der anderen Kurse jeweils dreimal in der Woche für drei Unterrichtsstunden mit den Dozentinnen Stephanie Meyn, Anita Biskup und Hella Frerichmann. Sie alle bescheinigen ihren Schülerinnen und Schülern großes Interesse und Eifer am Erlernen der deutschen Sprache. Einige der Teilnehmer sind erst seit wenigen Wochen in Deutschland, andere leben bereits eineinhalb Jahre hier. Alle beteiligen sich mit einem geringen Beitrag an den Kursgebühren und nutzen als Lehrmaterial das Deutsch-Übungsbuch „Ja, genau!“ aus dem Cornelsen Verlag.

Mit „Ja, genau“ und der Hilfe ihrer Dozentinnen lernen die vorwiegend jungen Frauen und Männer in kleinen Schritten und mit allen Sinnen die deutsche Sprache. „Ich freue mich, dass die vier Dozentinnen, die sich initiativ beworben hatten, kurzfristig mit den Kursen beginnen konnten. Wir wollten nicht erst bis zum Start des VHS-Herbstsemesters warten, sondern die Spenden zügig für Deutschkurse einsetzen. So können wir den Flüchtlingen ermöglichen, schnell mit der deutschen Sprache vertraut zu werden und sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden“, betont VHS-Leiterin Inga Pleines.

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erstellt am 04.Aug.2015 | 20:43 Uhr

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