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Sprach- und Spieletreffpunkt : Deutschlernen für einen guten Start

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Heute stehen Vokabeln für einen Friseurbesuch auf dem Stundenplan. „Ich möchte mir die Haare schneiden lassen“, bringt Christine Aschert ihren Schülern bei. Besonders aufmerksam hört Lokman Yuossef zu. Der 29 Jahre alte Syrer hat als einer der ersten Flüchtlinge im Bereich des Amtes Moorrege Arbeit gefunden. Er ist bei einem Friseur beschäftigt. Hilfreiches Einstellungskriterium war, dass Lokman Yuossef schon gut Deutsch spricht. Seit ein paar Wochen hat die Flüchtlingshilfe der Region in den Räumen am Großen Ring 33 ein neues Zuhause – speziell für Schulungszwecke.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 19:25 Uhr

An der Tür zum Schulungsraum hängt ein Stundenplan. „Jeden Tag findet hier Deutschunterricht statt“, sagt Wolfgang Aschert. Zusammen mit Dieter Norton stellte er die neuen Räume jetzt vor. Die beiden Flüchtlingskoordinatoren begrüßen, dass viele Lernwillige das Angebot zu lernen, wahrnehmen.

Nur anerkannte Asylbewerber haben einen Anspruch auf Deutschunterricht. Damit die Zeit bis zur Bewilligung nicht ungenutzt verstreicht, haben sich ehrenamtliche Helfer entschlossen, vorbereitenden Unterricht auf freiwilliger Basis anzubieten. In der ehemaligen Wohnung am Großen Ring ist die Lernatmosphäre optimal.

Bisher trafen sich Unterrichtende und ihre Schüler in einer der Flüchtlingsunterkünfte. Jetzt hat jeder einen Platz am Tisch. Block und Stifte liegen bereit. Und auch für Gemütlichkeit ist gesorgt. In der Küche neben dem Schulungsraum kann sich jeder Kaffee oder Tee zubereiten und am Küchentisch für einen Klönschnack Platz nehmen. Am Spielenachmittag montags zwischen 14 und 16 Uhr werden Tischkickerturniere ausgetragen. Auch die Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder findet hier statt.

„Wir gehen sehr praktisch vor“, sagt Christine Aschert. Zusammen mit Yekinni Qyewusi und Chopy Bardazard bildet sie zurzeit das Team, das auf ehrenamtlicher Basis Unterricht für jeweils bis zu acht Flüchtlinge anbietet. Situationen beim Einkaufen oder beim Busfahren werden durchgespielt. Im ganzen Amtsbereich werden die gleichen Lehrbücher verwendet. Der Unterricht hat System. Eine Prüfung gibt es nicht. Jeder lernt für sich und sein persönliches Fortkommen.

Die engagierten Flüchtlingshelferinnen Kirsten Both und Vera Weller aus Heist hatten bereits vor Weihnachten Hand angelegt und die 80 Quadratmeter große Wohnung, die das Amt von Familie Stahl angemietet hat, in einen Schulungsraum und Spieletreffpunkt verwandelt. Sie strichen die Wände und verlegten neue Bodenbeläge. „Der Deutschunterricht ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines selbstständigen Lebens“, so die Flüchtlingskoordinatoren. „Wir können die Leute nur anschieben, irgendwann müssen wir sie loslassen“, sagte Dieter Norton.

Lokman Yuossef ist bereits einen großen Schritt vorangekommen - bei der Arbeit und in der Freizeit. Er bringt sich als Mandolinenspieler im Raku-Orchester der Kirchengemeinde Moorrege-Heist ein.

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