Deutliches Votum für Bernhard Janz

Will weiterkämpfen und als Unabhängige antreten: Maike Münster.
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Will weiterkämpfen und als Unabhängige antreten: Maike Münster.

Tornescher Christdemokraten wählen den 55-Jährigen zu ihrem Bürgermeisterkandidaten / Maike Münster will trotzdem antreten

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20. Januar 2018, 16:13 Uhr

Bernhard Janz ist Bürgermeisterkandidat der Tornescher CDU. Der 55-Jährige erhielt während der Nominierungsveranstaltung des Stadtverbands am Donnerstagabend knapp 82 Prozent der Stimmen und konnte sich damit deutlich gegen die Polizeibeamtin und Verwaltungswirtin Maike Münster durchsetzen. Die 37-Jährige will bei der Wahl am 6. Mai nun als unabhängige Kandidatin antreten und hat angekündigt, Unterstützerunterschriften zu sammeln.

Am Ende war es ein Votum, das deutlicher kaum hätte sein können. Von den 22 stimmberechtigten Tornescher CDU-Mitgliedern, die sich im Vereinsheim des TuS Esingen eingefunden hatten, stimmten 18 für Janz. Lediglich ein Mitglied entschied sich für Münster. Dreimal wurde zudem mit „Nein“ gestimmt, um somit zum Ausdruck zu bringen, dass keiner der Kandidaten geeignet erscheint.


Janz will „fördern, fordern und motivieren“

Janz, der mehrere Jahre für die CDU in der Tornescher Ratsversammlung gesessen hatte, bedankte sich für das Vertrauen. „Ich verspreche, dass ich sie nicht enttäuschen werde“, sagte er zu den Anwesenden. Mit einer solch breiten Zustimmung habe er nicht gerechnet, betonte der 55-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Zuvor hatte Janz den CDU-Mitgliedern seine Pläne und Vorstellungen skizziert. Er wolle als Bürgermeister konsens- und kompromissfähig, aber auch hartnäckig sein. Immer wieder nutzte Janz Schlagworte, um deutlich zu machen, welchen Stil der Verwaltungsführung er etablieren will. Er wolle „fördern, fordern und motivieren“ und das vor dem Hintergrund von „Wahrheit, Klarheit und Transparenz“.

Neben Themen wie Infrastruktur, Demografie − die Stadt müsse seniorenfreundlicher werden − und Finanzen, sprach der 55-Jährige die seiner Meinung nach fehlende Bürgernähe an. Er wolle als Bürgermeister mindestens einmal pro Quartal auf dem Tornescher Wochenmarkt stehen, um mit den Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen. Auch die Gründung eines Marketingvereins könne er sich vorstellen, so Janz.

Münster, deren Vorstellungsrunde deutlich kürzer ausfiel, erklärte zunächst ihre Verbindung zur Stadt Tornesch. „Meine Großeltern haben in Tornesch gewohnt und deswegen bin ich häufig hier gewesen“, sagte die 37-Jährige, die derzeit mit Mann und Kind in Glückstadt lebt. Die Stadt biete viel Gestaltuungspotenzial, sei es bei den Kindertagesstätten, den Gewerbegebieten oder den Angeboten für Senioren, betonte Münster, die als Polizeibeamtin in Hamburg arbeitet. Ihr Fazit: „Es wird schon viel gemacht, aber man kann noch mehr machen.“


Münster will parteilos bleiben

Warum sie CDU-Kandidatin werden möchte, wollte einer der Anwesenden von Münster wissen. Sie gehe mit dem Programm der Partei konform, erläuterte die 37-Jährige. Sie betonte allerdings, dass sie sich zwar die Unterstützung der Christdemokraten wünsche, aber in jedem Fall parteilos bleiben werde.

Weitere Fragen der CDU-Mitglieder betrafen eine mögliche Wiedereröffnung der Polizeistation, den Gewerbestandort und den Haushalt der Stadt. Sowohl Janz als auch Münster betonten, sich für eine Polizeistation in Tornesch stark machen zu wollen und dafür das Gespräch mit den Verantwortlichen in Kiel sowie bei der Polizeidirektion in Bad Segeberg suchen zu wollen. Gewerbe halten und − wenn möglich und sinnvoll − neue Betriebe ansiedeln, auch in diesem Punkt waren sich beide Kandidaten einig. Beim Thema Haushaltskonsolidierung gab es jedoch unterschiedliche Ansätze. Während Janz den Blick unter anderem auf die Verwaltung und eventuell dort vorhandene Sparpotenziale richten will, regte Münster eine „kleine“ Erhöhung der Gewerbesteuer an. Insbesondere bei Letztgenanntem dürften die CDU-Politiker empfindlich reagieren, hatten sie sich in der Vergangenheit doch immer wieder gegen Steuererhöhungen ausgesprochen.

„Mit Bernhard Janz haben wir einen erfahrenen Kommunalpolitiker, der offen, ehrlich und gradlinig unterwegs ist“, kommentierte CDU-Stadtverbandschef Daniel Kölbl die Wahl. Er betonte, seine Partei habe den Anspruch, die Bürgermeisterwahl zu gewinnen. Dafür gelte es, in den kommenden Wochen und Monaten geschlossen aufzutreten und sich zu unterstützen, so Kölbl.

Janz wird mit Sabine Kählert um die Gunst der Wähler kämpfen. Die Leiterin des Amts für soziale Dienste hatte Anfang des Jahres angekündigt, für den Bürgermeisterposten zu kandidieren.

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