Segeberg : Der Wolf ist zurück im Land

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Das Wolfsinformationszentrum für Schleswig-Holstein befindet sich im Wildpark Eekholt. Dort gibt es ein Wolfsrudel, das nicht nur durch regelmäßiges Geheule auf sich aufmerksam macht. Besucher sind fasziniert von diesen Tieren, die sie allerdings nur hinter Gitterstäben beobachten dürfen. Wären die Gitter weg, würden sich auch die scheuen Tiere sogleich aus dem Staub machen, und die Pfleger könnten nicht mehr Aug’ in Aug’ für den Stammvater aller Haushunde werben. Schließlich sind Wölfe nur im Märchen hinterlistig und böse. Als Säugetiere sind sie vielmehr hoch entwickelt, sozial und wollen nur eines: in Ruhe leben. Daher ziehen sie sich nach der Fütterung, immer gegen 15.30 Uhr im Wildpark, auch schnell wieder zurück, um abseits des Publikums zu fressen.

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30. Juli 2012, 18:19 Uhr

Vielerorts ist der Wolf aber von selbst in die freie Natur zurückgekehrt. Auch in Deutschland fühlt er sich seit Jahren nachgewiesenermaßen sehr wohl. Das streng geschützte Tier ist nun erstmals auch in Schleswig-Holstein in freier Wildbahn „gesichtet“ worden. Im Kreis Segeberg wurde Ende Juli ein Rüde festgestellt. Zuletzt war 2007 ein Wolf in der Nähe von Süsel überfahren worden. Davor gab es in Schleswig-Holstein lange Zeit keine Wölfe; der letzte wurde 1820, also vor fast 200 Jahren, erlegt. „Dass der Wolf wieder da ist und wir ihn willkommen heißen, zeigt: Wir haben gelernt, dass Mensch und Natur zusammen gehören. Er ist das Symbol dafür, dass Arten in Schleswig-Holstein wieder eine Zukunft haben können, die schon ausgerottet waren. Der Wolf ist das Symbol für das wilde Schleswig-Holstein“, sagte Umweltminister Robert Habeck gestern bei einem Besuch des Wildparks. Dort informierte er sich über das Leben der Wölfe. Habeck beobachtete auch die Fütterung der grauen Tiere.

Vor einigen Wochen waren beim Wolfsinfozentrum erste Hinweise auf einen Wolf eingegangen. Die geschulten, ehrenamtlichen Wolfsbetreuer gingen den Spuren nach und konnten frische „Losung“ (Kot) des Tieres sicherstellen.

Die genetische Analyse einer Probe bestätigte nun, dass es sich um einen männlichen Wolf handelt. Er gehört offensichtlich zur deutsch-westpolnischen Population. Es ist davon auszugehen, dass der Wolf über Mecklenburg-Vorpommern eingewandert ist - als Einzelgänger.

Wölfe ernähren sich vornehmlich von Wildtieren, wie wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen haben. Trotzdem sollten Tierhalter von Schafen und Ziegen ihre Tiere angemessen schützen. Die Kosten dafür werden auf Antrag durch das Land übernommen.

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