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Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 22:25 Uhr

Schulpolitik : Der Weisheit letzter Schluss?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach intensiv geführter Debatte, die nicht frei von Emotionen war, hat der Bildungsausschuss der Stadt beschlossen, die Friedrich-Ebert-Schule zukünftig zweizügig auszulegen. Gleichzeitig soll die Birkenalleeschule um einen Zug erweitert und zukünftig vierzügig betrieben werden. Der Beschluss erfolgte mit den sieben Stimmen von CDU und SPD gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und der BfB (vier Stimmen). Anwesende Eltern teilten nach erfolgter Abstimmung mit, dass sie zugunsten einer verbleibenden Dreizügigkeit an der Friedrich-Ebert-Schule ein Bürgerbegehren anstrengen wollen. Über die Zulässigkeit eines solchen Begehrens entscheidet die Kommunalaufsichtsbehörde gemäß eines bei ihr zu stellenden Antrags.

Die Debatte begann mit einem Wortbeitrag der Grünen. Jens Ewald sagte zunächst, dass es egal sei, wofür sich der Ausschuss entscheide – für einen Neubau auf dem Gelände der Friedrich-Ebert-Schule oder für die Zwei-/Vierzügigkeit – der Schulleiterin sei in jedem Fall geholfen. Sie habe mehr Platz. Doch sei er sich sicher, dass eine Zweizügigkeit angesichts des Flüchtlingszustromes (deren Kinder müssen beschult werden) nicht durchzuhalten sei.

Schließlich müsse man die Flüchtlinge in Deutschland halten, um dem demografischen Wandel udn dessen Auswirkungen zu verkraften. „Wir unterstützen daher den BfB-Antrag“, so Ewald. Die BfB hatte den Neubau beantragt und wollte dafür 400000 Euro im Haushalt veranbkert wissen. Erläutert wurde dieser von Petra Jäger, die sich erneut sehr engegiert zeigte. Man sei im Bildungs- nicht im Finanzausschuss, begann sie. Das solle niemand vergessen.“Wir sehen den Neubau als eine gute Investition in die Zukunft unserer Kinder Uetersen möchte eine familienfreundliche Stadt sein, an dieser Stelle können wir beweisen, dass wir es auch sind“, so die BfB-Politikerin, die jedoch auch an die Finanzpolitiker im Ausschuss dachte und ihnen in Erinnerung rief, dass der Bauaussschuss kürzlich beschlossen hatte, ein Grundstück am Heidweg zu verkaufen, womit man Erlöse in Höhe von 160000 Euro erzielen werde. Es sei der Wunsch aller, der Lehrer, des Schulrates, der Schulleiter udn der Eltern, dass an der Friedrich-Ebert-Schule gebaut werde. Und die BfB nehme diese Wünsche ernst.

Ein Verringerung auf eine Zweizügigkeit bringe zudem eine Verschlechterung hinsichtlich der Qualität mit sich. Unter anderem werde die Klassenstärke an der Schule an der Berliner Straße bis zum Maximum ausgereizt, was eine Kapazität von 29 Schülern pro Lerngruppe zur Folge hätte.

Der Antrag der beiden großeen Fraktionen wurde von Heike Baumann (SPD) und Andreas Stief (CDU) erläutert – gemeinsam. Für Adolf Bergmann (CDU), der die Sitzung leitete, war es eine Premiere, dass ein CDU- und ein SPD-Vertreter gemeinsam ans Rednerpult gingen. Und immerhin macht Bergmann bereits seit 34 Jahren Politik in Uetersen.

Heike Baumann sagte, dass sie sich auch in dieser Schulfrage eine gemeinsame Linie gewünscht hätte. Die SPD-Fraktion halte an ihrer Beschlusslage vom Mai dieses Jahres fest. Die Schule solle schleichend eine Zweizügigkeit erfahren. Kein Schüler werde somit gezwingen, die Friedrich-Ebert-Schule zu verlassen. In Zukunft würden aber nur noch zwei Erste Klassen eingeschult.

Alsa Politiker habe man sich am Wohl der gesdamten Gesellschaft auszurichten. Bildung sei wichtig, doch gebe es auch andere Politikfelder, denen man sich widman müsse. Es gebe Menschen in dieser Stadt, die interessieren sich nicht für Schule, denen seien andere Dinge wichtig. Manche plädierten für vernünftige Straßen udn würden sich dafür engagieren.. heike Baumann sagte, dass man sich dennoch nicht vom Thema Schule entfernen, sondern auch zukünftig „in unsere Schulen investieren“ werde.

Andreas Stief merkte an, dass es seit langem kein Thema mehr gegeben habe, dass innerhalb der CDU-Fraktion mit so großer Leidenschaft diskutiert worden sei. „Wir haben heute eine Entscheidung zu treffen für Kinder des nächsten Schuljahres“, nicht für Eltern, die sich derzeit für den Erhalt der Dreizügigkeit stark machen würden.

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erstellt am 16.Sep.2015 | 17:59 Uhr

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