Bahnhof Tornesch : Der Umbau der Fahrradgarage kann beginnen

Die Fahrradgarage am Tornescher Bahnhof wird künftig Platz für 180 Räder bieten, dazu abschließbare Boxen und Ladestationen für E-Bikes. Das Obergeschoss ist über eine Rampe erreichbar.
Die Fahrradgarage am Tornescher Bahnhof wird künftig Platz für 180 Räder bieten, dazu abschließbare Boxen und Ladestationen für E-Bikes. Das Obergeschoss ist über eine Rampe erreichbar.

Bauausschuss gibt grünes Licht für Modernisierung. Die Stadt muss knapp 300.000 Euro tragen.

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08. Februar 2018, 16:30 Uhr

Tornesch | Die Baugenehmigung liegt seit mehr als einem Jahr vor, doch bislang fehlte der politische Beschluss, welche Maßnahmen bei der Umgestaltung der Fahrradgarage am Tornescher Bahnhof verwirklicht werden sollen. Der ist nun da. Am Montagabend votierten die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig für die Sanierung des Gebäudes und gaben dabei auch für mehrere Maßnahmen grünes Licht, für die die Stadt keine finanzielle Unterstützung erhalten wird.

Die umgestaltete Fahrradgarage am Tornescher Bahnhof soll für die Nutzer deutlich attraktiver sein als das derzeitige, in die Jahre gekommene Gebäude. Auf zwei Ebenen wird es insgesamt circa 180 Plätze an sogenannten Anlehnbügeln geben, dazu 58 abschließbare Boxen. Vier Zugänge wird es geben, zwei breite vom Bahnhofsvorplatz aus, sowie zwei schmalere vom Bahnsteig aus. Über eine an der Außenseite des Gebäudes befindliche Rampe wird das Obergeschoss erreicht. Das Obergeschoss soll mit Lochblechpaneelen verkleidet werden. Möglich ist jedoch auch eine Glasverkleidung, beides wird ausgeschrieben.

Rückblick: In den vergangenen Monaten hatte es regen Briefverkehr zwischen Tornescher Verwaltung, Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GmSH) und dem Nahverkehrsunternehmen Nah.SH gegeben. Unter anderem gab es offene Fragen zu Energieberechnungen und die GmSH hatte Bedenken wegen der Sicherheit im Falle eines Brandes in der Fahrradgarage angemeldet. Nachdem diese im Herbst ausgeräumt waren, ging es insbesondere darum, welche Maßnahmen zuwendungsfähig sind. Mittlerweile steht fest, dass es für Fahrradboxen, Photovoltaik, Videoüberwachung und Zugangskontrolle sowie E-Bike-Ladestationen keine finanzielle Unterstützung gibt. Aufgrund der Prüfvermerke hatte das zuständige Ingenieurbüro Roschke, Franzen und Partner aus Hamburg die Planung schließlich angepasst.

Abschließbare Boxen im Obergeschoss

Hans-Joachim Franzen stellte den Ausschussmitgliedern das Umbaukonzept für die Fahrradgarage am Montagabend persönlich vor. An der grundsätzlichen Konzeption habe sich nichts geändert, lediglich in Teilen der Innenausstattung, betonte Franzen. So sind die abschließbaren Boxen nicht mehr im Erd- sondern im Obergeschoss zu finden. Auch auf geschlossene Außentüren wird verzichtet. Zudem wird es im Erdgeschoss ein WC geben, das auch Personen mit eingeschränkter Mobilität nutzen können. Umgesetzt wird auch der Wunsch des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen des Kreises Pinneberg, eine Ladestation für ein elektrisches Dreirad vorzuhalten. Franzen erläuterte, dass für den Einbau einer Photovoltaikanlage das Dach ertüchtigt werden muss. Die Kosten für die Anlage in Höhe von knapp 67.000 Euro werden die Stadtwerke Tornesch tragen.

„Ausführungsplanung und Vergabeplanung sind fertig“, so Franzen. Der Ingenieur betonte, dass sich in den kostenrelevanten Positionen zwar nichts verändert habe, aufgrund der konjunkturellen Entwicklung und einer „Marktenge“ allerdings mit Kostensteigerungen zu rechnen sei. Ein Aufschlag von bis zu 20 Prozent sei realistisch, betonten Franzen und Marion Grün, Leiterin des Bau- und Planungsamts. Die aktuelle Kostenschätzung stammt aus dem März 2016. Damals wurden für die Gesamtmaßnahme rund 960.000 Euro vorgesehen. Die Verwaltung geht derzeit davon aus, dass die Stadt knapp 300.000 Euro selbst tragen muss. Die Summe setzt sich aus einem Eigenanteil, der stets zu leisten ist, und den nicht zuwendungsfähigen Maßnahmen zusammen.

Ob und in welche Höhe der Zuwendungsgeber die zusätzlichen Kosten berücksichtigt, ist derzeit unklar. „Eine Anerkennung von Mehrkosten aufgrund von Marktentwicklungen ist grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des Verwendungsnachweises zu erwarten, da erst dann auch die Kostenentwicklung im Ausschreibungsverfahren bekannt ist“, betonte Grün. Sprich: Erst nach Abschluss der Umbaumaßnahmen wird die Nah.SH darüber entscheiden.

Ausschreibung soll zeitnah starten

Die Bauausschussmitglieder waren sich am Montagabend einig, auch die nicht zuwendungsfähigen Maßnahmen umzusetzen. Wann die Arbeiten beginnen, ist allerdings noch unklar. Wie Grün auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte, werde das Ausschreibungsverfahren gestartet, sobald der Zuwendungsbescheid der Nah.SH bei der Stadt eingegangen sei. „Ziel ist, dass es so schnell wie möglich los geht“, betonte Grün.

Der Begriff Fahrradgarage scheint für das modernisierte Gebäude übrigens nicht mehr zeitgemäß zu sein. In der Präsentation von Franzen war vielmehr von „Bicycle-Park“ die Rede. Für die Tornescher dürfte hingegen entscheidend sein, dass sie am Bahnhof eine moderne Möglichkeit zum Abstellen ihrer Zweiräder bekommen.

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