Leichtathletik : Der Traum von Olympia

Als Alina Ammann im April 2003, damals gerade fünf Jahre alt, im heimischen Garten einmal aus dem Swimmingpool heraus sprang, staunte ihr Vater Michael nicht schlecht und sagte im Spaß: „Wie ist sie da herausgekommen? Das war ja eine Hürdentechnik – sie wird wohl Hürdenläuferin ....“ Nun, diese Prognose des Vaters war nicht so schlecht – zunächst hatte Alina aber andere Hobbys: Kinderballett, Reiten und Turnen standen allwöchentlich auf dem Programm. Als dann im Oktober 2007 der 1. Tornescher Stadtlauf stattfand, entschloss sich Alina spontan, mitzulaufen – und gewann auf Anhieb. „Und das, ohne irgendeine Ahnung von Zeit- und Krafteinteilung zu haben“, so Alina rückblickend.

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01. Februar 2013, 21:26 Uhr

Der überraschende Erfolg sorgte dafür, dass Alina, obwohl sie zuvor erfolgreich am Kreis-Turnfest teilgenommen hatte, ihre Turn-Bemühungen einstellte und sich fortan der Leichtathletik widmete. In der Leichtathletik-Abteilung des TuS Esingen trainierte sie einmal pro Woche unter Coach Achim Borstelmann und nahm schon bald an ihren ersten Kreismeisterschaften teil. Während Nele Marx, die für Alina schnell zu einer guten Freundin wurde, den Titel gewann, leistete sich Alina, die in Turnschuhen antrat, zu viele Fehlstarts und wurde deshalb disqualifiziert. Dennoch war Alinas großes Talent offensichtlich geworden, und bei den nächsten Wettbewerben startete sie auch in Leichtathletikschuhen. „Der Verschleiß an Schuhen ist enorm hoch“, so Alina, die zunächst weiterhin „nur“ einmal pro Woche unter Borstelmann trainierte. Ab 2009 startete Alina für die LG Elmshorn, trainierte aber parallel weiterhin beim TuS: „Ein großes Kompliment an Achim, dass er das mitgemacht hat“, so Michael Ammann. Im LGE-Trikot wurde Alina auf Anhieb Landesmeisterin und feierte viele Erfolge, ehe sie mit einigen weiteren Athleten im Januar 2012 zum TuS Esingen zurückkehrte, wo ihr Vater seither zusammen mit Achim Borstelmann und Dirk Junge mitwirkt, um eine starke Leichtathletik-Abteilung aufzubauen (siehe nebenstehenden Bericht).

Inzwischen trainiert Alina beim TuS bis zu viermal pro Woche, spielt außerdem noch Geige und findet Zeit, am Enrichment-Programm teilzunehmen. „Bei der Bemessung der Trainingstage gilt die Formel ‚Alter minus zehn‘“, so Michael Ammann, der seine eigene Leichtathletik-Karriere verletzungsbedingt viel zu früh beenden musste und betonte: „Wir gehen das bewusst etwas defensiver an, weil ich selbst als Jugendlicher ein Opfer von zu hoher Trainingsintensität geworden bin!“

Inzwischen gewann Alina, die im Februar ihren 15. Geburtstag feiert, zahlreiche Wettbewerbe und hat viele Rekorde inne. Und so ist ihr „großer Traum“ nicht unrealistisch: „Ich träume davon, einmal bei den Olympischen Spielen dabei sein zu können!“

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