Middle East Biker Build Off : Der Sieg geht nach Uetersen

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Es gibt Wettbewerbe, da wird die Bedeutung erst auf den zweiten Blick deutlich. Ein solcher Wettbewerb ist der einmal im Jahr stattfindende Vergleich in Abu Dhabi mit dem wohlklingenden Namen „Middle East Biker Build Off“. Diesen Wettbewerb hat der Uetersener Betrieb „Engels Schmiede“ mit Sitz an der Großen Twiete gewonnen und zwar als erstes europäisches Team überhaupt. Bei dem Vergleich handelt es sich um einen Konstrukteurswettbewerb, bei dem handwerkliches Können, Cleverness, Ideenreichtum und viel Erfahrung notwendig sind.

shz.de von
07. Mai 2015, 18:00 Uhr

Der Vergleich auf einer großen Bühne des Emirats fand kürzlich statt. Und das wurde gefordert: Auf der „Customshow Emirates“ bauten die Teams der Engels Schmiede und das Team von Lycan Customs aus Dubai in drei Tagen ihre (zu Hause) vorbereiteten Bikes nach strengen Regeln auf. Beide Motorräder mussten am dritten Tag anspringen und fahrbereit sein, was beiden Teams gelang. Die Entscheidung wurde zu je einem Drittel von der Industrie, von den Teilnehmern der Custombikeshow und den Besuchern gefällt.

Schön zu sehen war, dass beide Teams, die in Abu Dhabi auf der Bühne standen und sogar von Gesandten der Familie des Emirs beobachtet wurden, der jeweiligen Gegenseite Respekt erwiesen. So half man ich mit Teilen und Ratschlägen. Die Uetersener waren jedoch guten Mutes, am Ende als Sieger zu bestehen. Denn ihr Motorrad bestand aus (bis auf den Motor von Harley-Davidson) aus selbst hergestellten Teilen. So etwas gibt es auf dem Weltmarkt nicht zu kaufen. Demzufolge entstand ein Prototyp, der allerdings für die Straße zugelassen ist. Der Konstrukteur aus Dubai griff hingegen auf zu kaufende Teile zurück. Dieses Vorgehen brachte für die Engels Schmiede schließlich den Erfolg.

Zur Verdeutlichung: Das Bike aus Uetersen glänzte mit einem selbst angefertigten Rahmen, selbst gedrehten Rädern und einem Touchpad, mit dem das Motorrad gesteuert werden kann. Es ist eine bemerkenswerte Erfindung, die sich auch bei Serienmotorrädern durchsetzen könnte – quasi diebstahlsicher. Auch daran dachten die Tüftler aus der Rosenstadt. Das Kurzschließen ist kaum möglich!

Das ganze Projekt war alles andere als billig. So freuten sich Florian und Rolf Engel, Jan Schmidt, Lackierer Denny Schramm sowie Juljan Iversen über die Unterstützung von Sponsoren. Dabei waren Schlüter Metallbau (Uetersen), Ossenbrüggen Feinwerktechnik (Moorrege) und Rumatec Feinmechanik (Tornesch). Allen Förderern gilt der Dank des gesamten Teams. Was bleibt, neben dem Titel, ist der weitere Wert dieser Veranstaltung. Die Engels Schmiede hat sich einen Namen als Konstruktionshaus gemacht, der weltweites Aufsehen hervorrufen kann. Es gibt nur wenige Motorrad-Werkstätten auf dem Planeten, die sich bislang diesem strengen Wettbewerb gestellt haben. Doch alle konnten davon profitieren. An der Großen Twiete hofft man jetzt darauf, dass diese Erfolgsstory weitergeht, dass man also in Zukunft in der selben Liga „mitspielt“.

Dass die Engels Schmiede international nicht in Vergessenheit gerät, besagt alleine die Tatsache, dass Florian Engel & Co. im kommenden Jahr abermals nach Abu Dhabi reisen werden, um dem Sieger 2016 den Pokal zu überreichen. „www.customshowemirates.com“; „www.engels-schmiede.de“

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