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Uetersener Nachrichten

17. August 2017 | 01:56 Uhr

Verkehrsamt : Der Service-Flop

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Online-Shopping, Online-Banking, Online-Dating – der moderne Mensch verwaltet sich im Internet. Aber nicht jeder Service wird deshalb auch ein Erfolg. Die Bilanz der internetbasierten An- und Abmeldung von Fahrzeugen fällt nach mehr als einem Jahr der Erprobung im Kreis Pinneberg ernüchternd aus. Weil teuer und kompliziert, verweigert sich der Bürger. Der Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr im Kreis Pinneberg, Uwe Mohrdiek, fordert jetzt Nachbesserungen, und weiß dabei Landrat Oliver Stolz hinter sich.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im ersten Jahr nach der Einführung des neuen Services wurden im Kreis Pinneberg 34500 Autos im Kreis Pinneberg abgemeldet, aber keines davon im Internet. Im laufenden Jahr wurden bislang 9886 Fahrzeuge abgemeldet, davon lediglich zwei am Computer. Online-Angebote seien insbesondere für jüngere Leute interessant, sagte Landrat Oliver Stolz. „Aber das neue Angebot ist zu kostenintensiv und zu kompliziert. Das würden wir uns einfacher wünschen“, sagte er.

Verkehrsamtsleiter Uwe Mohrdiek zieht die Reaktion der Unternehmen als Kriterium für die Bewertung heran: „Sie nutzen das Angebot nicht, und das ist ein Zeichen, dass es nicht wirtschaftlich ist“, sagte er. In der Tat sind eine Reihe technischer Voraussetzungen nötig, um den Service nutzen zu können. Der Bürger muss im Besitz eines neuen Führerscheins mit Online-Zugang sein, braucht auf dem Autokennzeichen eine spezielle Plakette und für den PC ein Lesegerät. „Und wenn er sein Wunschkennzeichen behalten oder beantragen möchte, geht das online gar nicht“, sagte Uwe Mohrdiek.

Im Gespräch mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann in der vergangenen Woche in der Kreisverwaltung forderte er die Verkehrspolitiker im Bund auf, sich zeitnah erneut mit dem Thema zu beschäftigen. „Tatsächlich ist das Angebot bisher ein Flop, weil es offenbar so kompliziert ist, dass es die Leute abschreckt. Dabei sollte es eine Erleichterung sein“, sagte der Sozialdemokrat, der ebenfalls eine Überarbeitung forderte.

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erstellt am 24.Apr.2016 | 21:19 Uhr

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