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Appen musiziert : Der Seele kranker Kinder helfen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein Hilfsprojekt der Kieler Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Stiftung „HerzKinder“ unterstützt „Appen musiziert“ mit 40000 Euro. „Die Ergebnisse aufgrund der psychologischen Betreuung durch die versierte Diplom-Psychologin Ina Rotermann bestätigen beeindruckend, wie wichtig unsere Unterstützung ist“, lobte Rolf Heidenberger, Chef der deutschlandweit größten ehrenamtlich organisierten Wohltätigkeitsorganisation zugunsten schwerstkranker Kinder das Vorhaben.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 21:21 Uhr

Denn die Aussicht auf eine kurz bevorstehende Operation am offenen Herzen und die damit verbundenen Lebensängste lassen keinen Patienten unberührt. Gerade Kinder und Jugendliche, die mit angeborenen Herzfehlern ringen, benötigen in solch einer Situation dringend psychologische Betreuung.

Die wegweisende Forschungsarbeit zur psychologischen Betreuung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern in der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie kann basierend auf der Appen musiziert-Spende auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Herzkranke Kinder sind psychischen Belastungen in verstärktem Maße ausgesetzt, wie viele entwicklungspsychologische Studien belegen.

Oft lassen sich bei ihnen Entwicklungsdefizite beobachten. Dazu gehören Anpassungs-, Angst- und Essstörungen, ebenso Verhaltensauffälligkeiten wie Unaufmerksamkeit, motorische Hyperaktivität oder auch Impulsivität. Auch Eltern und Familienangehörige müssen erst lernen, den Schock der Diagnose zu verarbeiten und mit der schwierigen Situation umzugehen.

Um zu verhindern, dass sich die psychologischen Beeinträchtigungen bei den kleinen Herzpatienten und ihren Familien manifestieren, ist eine früh greifende Diagnostik, wie sie in Kiel angewendet wird, unbedingt nötig.

Professor Dr. Hans-Heiner Kramer, Direktor der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, strich die größtenteils „ungestörten psychomotorischen Entwicklung“ heraus, die durch das Förderprojekt möglich ist. Und Sylvia Paul, Vorstand der Stiftung KinderHerz erklärte, dass die jungen Patienten „ein enormes Stück Lebensqualität“ gewinnen.

Die Stiftung KinderHerz 19 Kinder pro Tag kommen statistisch gesehen mit einem Herzfehler in Deutschland zur Welt. Das sind etwa 7000 kranke Kinderherzen pro Jahr. Für die Eltern ist die Diagnose ein Schicksalsschlag, die nachfolgende Behandlung oft ebenso kraftraubend wie nervenaufreibend. Nicht selten müssen die erst wenige Wochen alten Säuglinge komplizierte Operationen über sich ergehen lassen.

Um die medizinische Versorgung der kleinen Patienten kontinuierlich und nachhaltig zu verbessern, fördert die Stiftung „KinderHerz“ Forschungsprojekte an renommierten Kinderherz-Zentren in ganz Deutschland. Sie möchte die bestmögliche Versorgung für herzkranke Kinder nachhaltig und zuverlässig unterstützen.

Mehr als 50 verschiedene Herzfehler sind bisher medizinisch klassifiziert, über zwei Drittel der erkrankten Kinder würden ohne Behandlung sterben. Schwerwiegende Eingriffe sind dabei nicht selten: Jährlich warten etwa 20 Kinder in Deutschland auf ein Spenderherz. (tp) www.stiftung-kinderherz.de

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