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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 08:18 Uhr

Wanderpaddeln : Der Natur ganz nah sein können

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Augen von Marie leuchten, wenn sie über ihr alles andere als gewöhnliche Hobby spricht. Einen Seeadler habe sie schon einmal gesehen, wie er einen Fisch fing. Auf einer Tour in Brandenburg war das, wo sie auch den Schwanz eines Waschbären erblickte. „Man sieht so viel in der Natur“, berichtet die Achtjährige. Flora und Fauna kommt Marie Schneider so nah, weil sie und ihre Eltern in Kanus unterwegs sind.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 22:04 Uhr

Die Moorregerin ist nicht nur eine begeisterte, sondern auch sehr erfolgreiche Wanderpaddlerin. 228 Kilometer hat sie laut ihres Fahrtenbuches im vergangenen Jahr zurückgelegt. Keine andere Schleswig-Holsteinerin ihrer Altersklasse konnte mehr vorweisen, was vom Wanderfahrerwettbewerb des Deutschen Kanu-Verbandes mit einer Urkunde gewürdigt wurde. 172 Fahrtenbücher waren eingereicht worden.

Geerbt hat sie den Spaß an diesem Hobby von den Eltern. Schon als Baby war sie gut gesichert mit Anja und Jörg Schneider unterwegs. Der Vater erinnert sich an eine ziemliche raue Tour auf dem Plöner See. „Marie hat nur geschlafen“, berichtet er. Klar, dass der Wunsch nach einem eigenen Kajak ziemlich schnell entbrannte. Zum fünften Geburtstag wurde er erfüllt. Für 500 Euro bekommt man ein ordentliches Seekajak, berichten die Eltern. 3000 bis 4000 Euro kostet ein Mercedes unter den Wasserfahrzeugen. Hinzu kommen Paddeljacke und Schwimmweste.

Bei der ersten Tour machte Marie gleich Bekanntschaft mit dem feuchten Element, was ihr nicht viel ausmachte. Nur, dass ihr Kuscheltier „Schnuffi“ ebenfalls nass wurde, fand sie gar nicht schön.

Nicht nur Havel, Pinnau, Krückau und Elbe hat sie schon gesehen. Auch auf Werra und Weser wurde gepaddelt. Im Sommer sind die Drei in Schweden unterwegs. Zehn bis zwölf Kilometer werden pro Tag zurückgelegt. „Die Kinder sollen ja den Spaß nicht verlieren“, erklärt Jörg Schneider. Die Drittklässlerin, sie ist auch eine hervorragende Schwimmerin, verfügt zwar über viel Kraft, doch ihr Vater stellt fest: „Technik ist alles.“ Abends geht es an Land und es wird das Zelt aufgeschlagen. „Auf größeren Touren haben wir alles dabei“, erklärt Jörg Schneider. Am schönsten ist das Wanderpaddeln in einer Gruppe“, ergänzt seine Frau. An Land wird gemeinsam gegrillt und immer habe irgendjemand eine Gitarre dabei.

Ein großes Ziel hat Marie. In Patagonien möchte sie einmal paddeln. Die Nationalparks und Wasserstraßen an der Spitze Südamerikas gehören zu den schönsten Plätzen auf der Welt. Ein Fernsehbericht über diesen Teil Argentiniens und Chiles hat ihren Entdeckergeist geweckt.

Ein Sport für Groß und Klein So gesund und erholsam das Hobby der Familie Schneider ist, fehlt ihrem Heimatverein, dem „Elmshorner Wanderpaddler“ doch der Nachwuchs. Derzeit können sich junge und auch ältere Interessierte beim Training alle 14 Tage in einer Traglufthalle in der Krückau-stadt informieren sowie erste Kontakte mit Sportgerät und Wasser aufnehmen. „Unter diesen Bedingungen kann optimal trainiert werden“, erklärt Jörg Schneider, der sich in dem Verein als stellvertretender Jugendwart engagiert. Es wird das Ein- und Aussteigen sowie die Technik geübt. „Wir führen die Kinder spielerisch an den Sport heran“, sagt Schneider. Wenn es wärmer wird, geht es raus. Ein umfangreiches Programm wird von dem Paddelverein für den Vereinsnachwuchs organisiert. Es gibt zum Beispiel Ausfahrten, Rallyes und Spielnachmittage.

Das Bootshaus ist ein reetgedecktes Schmuckkästchen in Kollmar. Außerdem steht dem Verein eine Fläche direkt an der Elbe in der Nähe des Kollmaraner Fährhauses zur Verfügung.

Marie Schneider hat übrigens das Ihrige getan, die Begeisterung weiterzutragen. Ihre Freundin Katharina, die beiden gehen in die 3. Klasse der Grundschule Moorrege, will demnächst mit nach Elmshorn kommen und sich auf dem Wasser versuchen. (tp) www.elmshorner-wasserpaddler.de

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