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Uetersen : Der Nabu warnt vor den Windkraftanlagen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Nabu übt Kritik an der Ausweitung des Uetersener Vorranggebiets. Die Naturschützer sorgen sich auch um das Landschaftsbild, aber vor allem um die Vögel, die dann zusätzlich „zerschreddert werden“.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Uetersen | Hans Ewers, Roland Dilchert und Helmut Dürnberg vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Ortsgruppen Elbmarschen und Elmshorn, schlagen Alarm. Schon bald könnte die „Verspargelung“ der Landschaft im Westen der Rosenstadt weit größere Ausmaße annehmen. Die Nabu-Männer machen sich dabei Sorgen um das Landschaftsbild allgemein, aber auch um die vielen Vögel, die dann zusätzlich „zerschreddert werden“, so Dilchert.

Eine Windkraftanlage töte im Jahr mehr als 100 Vögel

Eine Windkraftanlage töte im Jahr mehr als 100 Vögel. Das besagten Schätzungen, so das Nabu-Mitglied. Besonders betroffen seien seltene Greifvögel. Sie gerieten in die Rotorblätter oder flögen gegen die Masten. Ebenfalls betroffen seien Fledermausarten, so Ewers. Die genauen Zahlen seien kaum ermittelbar, weil die meisten toten Vögel eher von Aasfressern als von Menschen gefunden würden. In Uetersen solle das bestehende Vorranggebiet um gut das Vierfache anwachsen.

Auch Groß Nordende und Neuendeich werden von dem Vorhaben der Landesregierung berührt, informieren die Nabu-Vertreter. Westlich der Stadt gebe es ein großes Vogelzuggebiet. Insbesondere seien es die Gänse, die diesen Luftraum nutzten. Kämen jetzt weitere Windkraftanlagen dazu, die eine Gesamthöhe von 200 Metern aufwiesen, stürben weitaus mehr Vögel als das ohnehin schon der Fall sei.

Nabu empfiehlt von der Möglichkeit des Einspruchs Gebrauch zu machen

Die Fläche habe ein Potenzial für 20 große Anlagen. Wenn die Pläne, die derzeit öffentlich auch im Uetersener Rathaus auslägen, umgesetzt würden, bedeutete das den sicheren Tod auch seltener Vogelarten. Daher empfiehlt der Nabu jedem von der Möglichkeit des Einspruchs Gebrauch zu machen. Ein halbes Jahr lägen die Pläne aus, dann werde auf Landesebene beraten und entschieden. Der Nabu werde auf jeden Fall Protest einlegen. Sollte das zu keinem Ergebnis führen, werde man sich juristische Schritte überlegen. Den Klageweg beschreiten will dann auf jeden Fall der Elmshorner Ortsvereinsvorsitzende. Dürnberg bezeichnet Rot/Grün/SSW in Kiel als absolute Versager in Umweltbelangen.

Generell, so die Nabu-Vertreter, solle man beim Energieverbrauch mehr auf die Effizienz setzen, also das Energieeinsparen forcieren. Es sei auch notwendig, die Speichertechnologie im Bereich der Photovoltaik zu verbessern.

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