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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 06:30 Uhr

Handball : Der moralische Sieger

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die nackten Zahlen besagen, dass sich die 1. Männer des TuS Esingen glücklich schätzen sollten, am Sonnabend gegen den MTV Herzhorn noch ein 24:24-Unentschieden erreicht zu haben. Denn im Oberliga-Derby lagen die Tornescher nach ihrer anfänglichen 1:0-Führung, für die Jan Rabe vom Kreis aus gesorgt hatte (1. Minute), bis zur 58. Minute durchgehend zurück. Und da sie lange Zeit mit vier oder fünf Treffern (9:14 zur Pause), zu Beginn der zweiten Hälfte sogar dreimal mit jeweils sechs (!) Toren im Hintertreffen waren, drohte die dritte Niederlage in Folge.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2016 | 20:20 Uhr

Dass die Freude über die Punkteteilung am Ende nicht grenzenlos war, lag daran, dass die Esinger in der Schlussphase sogar noch am Sieg schnupperten. In der 58. Minute verwandelte Max-Lennart Albrecht einen Siebenmeter zum 23:23, dem ersten ausgeglichenen Spielstand seit dem 1:1. Kurz darauf eroberte Daniel Günter an der Mittellinie einen Ball, lief frei auf das Gäste-Gehäuse zu und wurde, als er zum Torwurf abhob, rüde vom Herzhorner Johann Holst, der ihm in die Beine sprang (Foto rechts), gefoult. Zwar zeigten die Schiedsrichter Norbert Jäger/Stephan Kempe (TSV Ellerbek) dem MTV-Spieler die Rote Karte ‒ einen Bericht verfassten sie allerdings nicht, so dass Holst für sein grobes Foul und das Verhindern einer klaren Torchance nicht gesperrt wird.

Auch den hierfür verhängten Strafwurf nutzte Albrecht nervenstark zum 24:23. Da die Schiedsrichter auch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen die Esinger Bank, die verständlicherweise ihren Unmut über die Attacke gegen Günther geäußert hatte, verhängt hatten, herrschte nun personelle Gleichzahl. Die Gäste egalisierten zum 24:24, das mit einer Zeitstrafe gegen Hannes Haas garniert wurde (59.). In der Schlussminute traf Timo Kreckwitz von halblinks aus zum 25:24 ‒ doch dieses Tor pfiffen die Schiedsrichter ab und entschieden auf Freiwurf für Esingen, weil Kreckwitz zuvor gefoult worden war.

Dies war insgesamt der dritte (!) TuS-Treffer, der der miserablen Vorteilsauslegung der Referees zum Opfer fiel. Dieser Umstand war neben den starken Paraden, die MTV-Keeper Mehmet Ataman vor allem in den ersten 40 Minuten zeigte, mitentscheidend dafür, dass es nicht zum Heimsieg reichte. „Aufgrund der Aufholjagd sind wir aber der moralische Sieger“, sagte TuS-Trainer Till Krügel, der zu keiner Zeit den Glauben an sein Team verlor: „Ich war immer überzeugt davon, dass wir die Partie noch drehen würden“, so Krügel, dem die letzten 20 Minuten besonders gut gefielen: „Da haben wir eine gute 3:2:1-Abwehr gespielt und Benjamin Boje hat stark gehalten!“ Auch den letzten Gäste-Wurf in der letzten Sekunde parierte der TuS-Torwart und sicherte das Remis.

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