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Aktionstag Rettungspaket Altenpflege : Der Minister soll nun Farbe bekennen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Würdevolle Pflege, gerechte Finanzierung, attraktive Ausbildung und familiäre Entlastung – das sind die zentralen Forderungen der in der Diakonie tätigen Pflegekräfte an die Bundesregierung. Am 12. Mai beteiligen sich das „Haus am Rosarium“ und die Diakoniestation Uetersen an einem bundesweiten Aktionstag zum Thema „Altenpflege“ (wir berichteten).

Jetzt sind mehr Details bekannt. Der Ablauf des Tages gestaltet sich demnach wie folgt: Um 11 Uhr wird im Seniorenheim die Ausstellung „Pflege gestern – Pflege heute: was Pflege leistet“ eröffnet. Zugleich stellen sich Vertreter der beiden Ausrichter dem interessierten Publikum vor.

Um 11.55 folgt eine Kundgebung auf dem Gerberplatz bei Edeka. Grußworte werden Bürgermeisterin Andrea Hansen sprechen sowie Bernd Heinemann, der Vizepräsident des Landtages, Dr. Heiner Garg von der FDP (MdL), Ernst Dieter Rossmann von der SPD (MdB) und Barbara Ostmeier von der CDU (MdL). Neben den Bundes- und Landespolitikern spricht Pastorin Anke Schimmer von Diakonischen Werk.

Im Anschluss an die Kundgebung zieht der „Tross“ wieder in Richtung Seniorenheim um, wo um 13 Uhr eine öffentliche Diskussionsrunde stattfindet, an dem die Politiker und die Pastorin teilnehmen.

Zum Hintergrund des Aktionstages: Vor 20 Jahren wurde das Pflegeversicherungsgesetz verabschiedet. Ziel war es, den Sozialhilfe-Topf zu entlasten und beitragsfinanziert als „Teilkasko-Versicherung“ die Pflegebedürftigen bei der Finanzierung ihrer Pflege- und Pflegeheimkosten zu unterstützen. Parallel dazu entwickelte sich die Pflegewissenschaft. Expertenstandards geben bei den größten Risiken wie Dekubitus und Schmerz inzwischen fachlich fundierte Pflegeregeln vor. Ein streng überwachtes Qualitätsmanagement-System verpflichtet die Anbieter von Pflegedienstleistungen, ihre Arbeit ständig zu verbessern. In der Branche hat sich ein marktwirtschaftlicher Wettbewerb gebildet, der es unter anderem erforderlich machte, einen Mindestlohn in der Pflege festzuschreiben. Er beträgt neun Euro in der Stunde.

Regelmäßige Wochenend- und Feiertagsarbeitszeiten sind selbstverständlich. Das wirke sich immer stärker auf das Familienleben aus. Kinderbetreuung zu finanzieren sei über diesen (geringen) Mindestlohn mehr als ein Balanceakt, heißt es von Anbieterseite auch in Uetersen. Die Folge: Bereits heute könnten an vielen Standorten nicht mehr ausreichend Pflegekräfte gewonnen werden.

Die demografische Entwicklung – die Gesellschaft wird immer älter – sei dabei eine der größten Herausforderungen, denn die Pflege wolle auch in Zukunft ihren einzigartigen Beitrag leisten können. Daher wird jetzt ein „Rettungspaket für die Altenpflege“, wie eingangs dargestellt, gefordert.

Jeder, der am 12. Mai an der Kundgebung und am weiteren Verlauf der Veranstaltung teilnimmt, kann die Forderungen per Unterschrift auf einer Postkarte unterstützen. Spezielle, violette Postboxen werden dafür aufgestellt.

Die Veranstalter hoffen, dass Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister, hunderttausende solcher Karten erreichen, um auch ihm die Situation zu verdeutlichen. Nach dem Motto: Es ist fünf vor zwölf, Herr Minister!

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erstellt am 07.Mai.2014 | 18:39 Uhr

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