Innovation : Der Minister lobt den China-Bus

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Der einzige Elektrobus Deutschlands im Linienverkehr fährt seit gut einem Monat in Uetersen umher. Er gehört zum Fuhrpark (32 Busse) der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP). Er ist mitnichten eine Konstrukteursleistung aus Deutschland, sondern ein Import aus China. Elektromobilität steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Im Reich der Mitte gehört diese Technik bereits zum Alltagsleben, auch im Bereich des ÖPNV.

shz.de von
22. Oktober 2012, 21:26 Uhr

Das mag weh tun, ist nun aber einmal so. Wenn es in Deutschland nichts Vergleichbares gibt, dann muss man eben nach China gehen und dort bestellen. Die KViP-Geschäftsführung tat ein solches und macht nun Schlagzeilen mit ihrem Bus, der völlig CO-2-neutral fährt. Bis zu 240 Kilometer weit reicht der Batteriesatz. Das wäre auch für die Strecke Uetersen-Kiel und zurück ausreichend. In der Landeshauptstadt hat sich der Modellversuch aus der Rosenstadt längst herumgesprochen. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer wollte sich nun ein eigenes Bild von dem E-Bus machen und schaute gestern an der Bahnstraße vorbei.

Mehrere Sachen seien spannend, sagte er, während der Bus auf Tour war. Zum einen sei Schleswig-Holstein das erste Bundesland mit einem solchen Linienbus, wenn das ein Erfolg sei, werde die Nachfrage riesig sein und davon könnte auch Schleswig-Holstein profitieren. Immerhin werde im Land zwischen den Meeren auch im Bereich der Batteriekapazität geforscht.

Verlässliche Daten hinsichtlich der Praktikabilität werde es im April 2013 geben, so Jürgen Lamla, Geschäftsführer der KViP, der den Minister begleitete. Auch Schleswig-Holstein verfolge das Ziel der CO2-Reduktion. Die Elektromobilität beim ÖPNV sei dabei hilfreich, so der Minister. Bei der KViP ist eine völlige Umstellung auf E-Busse nicht ausgeschlossen. Platz für eine große Ladestraße (Ein Bus benötigt zwischen drei und sechs Stunden zum Auftanken) sei, so Lamla, vorhanden. In China habe man sich eine solche Station bereits angeschaut.

Der Wirtschaftsminister jedenfalls zeigte sich positiv beeindruckt. Und auch er wartet nun auf die Datenauswertung, die bei der kaufmännischen Zukunftsentscheidung bei der KViP mit Sicherheit eine Rolle spielen wird.

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