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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 19:38 Uhr

Einbau : Der Lift mit dem schönen Rundumblick

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

In gemütlichem Tempo bewegt er sich rauf und runter und gibt den Blick frei auf das rückwärtige Gelände des Amtshauses: Gestern ist der neue Lift der Amtsverwaltung offiziell zur Benutzung freigegeben worden. Er ermöglicht es Besuchern mit Handicap, nun auch das Obergeschoss selbstständig zu erreichen, und macht es den Amtsmitarbeitern leichter, große Mengen an Papier und Aktenordnern von einer Etage in die andere zu transportieren.

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2013 | 22:14 Uhr

Wer das Amtshaus betritt und den Gang entlang bis an das andere Ende blickt, wird den Lift sofort entdecken können. Dort, wo einst ein großes Fenster Licht ins Gebäude ließ, wurde die (verglaste) Lifttür eingebaut. Dahinter befindet sich das ebenfalls voll verglaste Gehäuse.

Die Tür öffnet sich automatisch und gibt einen Durchlass frei, den auch ein Rollstuhlfahrer bequem passieren kann. Die Bedienknöpfe im Inneren sind in Sitzhöhe angebracht und sogar mit Blindenschrift versehen. Wer den Lift in Bewegung setzen möchte, muss den Knopf für die gewünschte Etage gedrückt halten. Andernfalls bleibt der Aufzug sofort stehen. Er stoppt auch, wenn der Metallrahmen des Liftbodens betreten wird, und setzt sich gar nicht erst in Bewegung, wenn die Nutzlast von 400 kilogramm überschritten wird. „Außerdem hat der Lift eine Notglocke und eine automatische Wähleinheit, die auf das Notruftelefon geht“, so Uwe Denker vom Bauamt. Die Bedienung dürfte allerdings wenig Probleme bereiten. Sie ist kinderleicht und wird verständlich erklärt.

Während Besucher mit dem Lift zwischen Erd- und Obergeschoss pendeln können, ist der Keller für sie tabu. In das Untergeschoss per Lift, das ist nur den Amtsmitarbeitern gestattet, die jede Fahrt nach ganz unten mit einem speziellen Schlüssel freischalten müssen. „Das ist sehr praktisch, wenn zum Beispiel Aktenordner aus dem Archiv geholt und nach oben befördert werden sollen. Die müssen dann nicht mehr getragen werden“, sagte Amtsverwaltungschef Rainer Jürgensen.

Der Inbetriebahme ist eine lange Planungsphase vorangegangen. Fast zwei Jahre hat das Thema insbesondere Uwe Denker, aber auch seine Kollegen und die Politik beschäftigt. Grund: Die baulichen Gegebenheiten waren schwierig. Gerne hätte Denker als kostengünstigere Variante etwa einen Treppenlift gewählt, was aber nicht realisierbar war. Auch ein Aufzug an zentralerer Stelle, etwa direkt neben dem Eingang, war aus architektonischen und statischen Gründen nicht möglich. Gleiches gilt für einen Lift im Gebäude. Deshalb wurde das Gehäuse schließlich außen angebracht. Für den Zugang zum Keller wurden ein Schacht gebaut und die Türöffnung aus der Betonwand geschnitten. „Es gab Tage, da haben die Kollegen wegen des Lärms ziemlich gelitten, aber die Baufirma hat viel am Freitagnachmittag und am Sonnabend gearbeitet“, so Uwe Denker.

Etwas mehr als 70000 Euro hat der Lift insgesamt gekostet, durch den nun auch der Besuch des Trauzimmers im Obergeschoss für gehbehinderte Menschen kein Problem mehr ist.

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