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SPD : Der kleine MarktTreff und der große Teich

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das ganz Kleine und das ganz Große sorgen meist für mehr Aufmerksamkeit als das Mittelmäßige – so auch am Sonnabend in Heidgraben. Die schleswig-holsteinische SPD-Europa-Abgeordnete Ulrike Rodust, Vertreter der örtlichen Sozialdemokraten sowie Genossen aus Tornesch und Uetersen sprachen über den Handel vor Ort und in der weltweiten Dimension.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2014 | 21:33 Uhr

Manfred Langer führte Rodust durch den Rohbau des MarktTreffs, den er und seine Frau Britta ab Sommer betreiben werden. Ab morgen wird er übrigens einen Backwagen vor der Tür aufstellen. Rodust wiederum erläuterte den 23 Zuhörern das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

„Viele Menschen sind verunsichert, weil sie falsch informiert sind“, sagte die 64-Jährige. Sie räumte mit dem Vorurteil auf, dass die Verhandlungen geheim ablaufen würden. Die EU-Kommission als Verhandlungsführerin von europäischer Seite müsse nach jeder Gesprächsrunde dem Handelsausschuss des Europäischen Parlaments Bericht erstatten. „Sämtliche Papiere sind dem Ausschuss bekannt. Fast alle werden ins Internet gestellt“, sagte Rodust.

Die Befürchtung, dass Europa durch das Abkommen Standards beim Daten-, Umwelt- und Verbraucherschutz aufgeben muss, teilt sie nicht. Zum Datenschutz werde es noch vor der Unterzeichnung des Abkommens ein gesondertes Gesetzverfahren in Europa geben, das dann maßgeblich ist. An die Medizin lege die USA sehr hohe Maßstäbe an. „Mir sind die Standards in Amerika zehnmal lieber als in Europa“, so Rodust. Sie gehe davon aus, dass sich die jeweils höheren Standards durchsetzen werden.

Der Ausgang der Europawahl werde sich auf diese Fragen aber entscheidend auswirken. Die konservativ-liberalen Parteien ständen etwa dem Einsatz genmanipulierter Nahrung weniger kritisch gegenüber als die SPD. Eindringlich rief Rodust zum Wählen auf. „Über 60 Jahre Frieden hat es auf diesem Kontinent vorher nie gegeben. Wer in Richtung Ukraine schaut, begreift, dass wir jeden Tag aufs Neue um diesen Frieden kämpfen müssen“, sagte sie. Jede nicht abgegebene Stimme stärke die Rechten. Sie rechne damit, dass die faschistischen Parteien 27 Prozent der Stimmen erhalten werden. Ihrem Eindruck nach gehöre auch die AfD dazu.

Den Betreibern des Heidgrabener MarktTreffs wünsch-te Rodust viel Kraft. Als Ehefrau eines Kochs könne sie gut nachvollziehen, wie dem Paar kurz vor der Eröffnung zumute sei. Zweifel hat sie nicht: Der EU-Zuschuss für den MarktTreff in Höhe von 750000 Euro sei gut angelegt.

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