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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 04:46 Uhr

Auszeichnung : Der Kirchturm ist ein Lebensraum

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Turmfalke, verschiedene Arten von Fledermäusen, die Schleiereule, der Mauersegler, die Mehlschwalbe und die Dohle sind Lebewesen der Lüfte, die sich gerne in der Nähe des Menschen ansiedeln. Sie werden daher auch als Kulturfolger bezeichnet. Die Vögel und Säuger nutzen nicht selten Kirchtürme als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 18:16 Uhr

Viele der Arten leiden aber darunter, dass Brutmöglichkeiten in den Städten zunehmend verloren gehen. Auch bei Kirchturmsanierungen werden Einfluglöcher oder Brutnischen verschlossen oder Gitter zur Abwehr von Tauben angebracht. Auch kleine Arten wie der Spatz oder der Hausrotschwanz stehen dann sprichwörtlich vor verschlossener Tür.

„Offene Kirche“, so heißt nicht nur das Credo in vielen Gemeinden. Auch der Nabu, der Naturschutzbund Deutschlands, hat sich dieses Mottos bedient und setzt sich seit geraumer Zeit gemeinsam mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein.

Kirchen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie dann, sichtbar für alle, befestigen können.

Diesem „Lebensraum Kirchturm“ wird auch die Klosterkirche, der spätbarocke Sakralbau der Jahre 1748/49, gerecht. Erst kürzlich wurden mehrere Dohlenkästen in Traufhöhe angebracht.

Partnerschaftlich mithilfe des Steigers eines Unternehmers. Ferner nisten viele Fledermausarten im Turm der Kirche. Zum Beispiel der Große Abendsegler. Turmfalken ziehen ihre Kreise über ihrem Revier.

So konnte Pastorin Kirsten Ruwoldt, stellvertretend für den Kirchenvorstand, kürzlich Urkunde und Plakette entgegennehmen.

Sie erinnerte während der Übergabe durch Vertreter des Nabu-Ortsvereins daran, dass es durchaus Synergieeffekte gebe. Spalten und Ritzen würden für eine gute Belüftung sorgen, die gerade alte Gebäude gut gebrauchen könnten.

So darf davon ausgegangen werden, dass das Projekt zum Artenschutz an der Klosterkirche, getreu dem Grundsatz der Nachhaltigkeit, eine Initiative von Dauer sein kann. Aktiv wird in Uetersen am „Lebensraum Kirchturm“ seit zwei Jahren gewirkt.

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