Empfang : Der ganze Stolz der Region

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Sie sind wahre Goldstücke, der Schatz dieser Republik: Flüchtlingshelfer gehen derzeit an ihre Grenzen und darüber hinaus, sind die beste Antwort auf den gigantischen Strom aus ihrer Heimat geflohener Menschen. Am Donnerstag wurden etwa 30 von ihnen stellvertretend für das große Heer Ehrenamtlicher in der Drostei mit einem Empfang geehrt, und sogar Innenminister Stefan Studt reiste dafür aus Kiel an.

shz.de von
11. September 2015, 21:38 Uhr

Sie betreuen jeden Flüchtling ganz persönlich und individuell, verteilen Kleidung, betreiben kleine Möbellager, reparieren Fahrräder, organisieren Sportangebote und Sprachkurse, begleiten Flüchtlinge bei Behördengängen, nehmen sie mit zu Dorffesten und privaten Feiern. Dieses Engagement habe er noch vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten, sagte Gastgeber und Kreispräsident Burkhard E. Tiemann. „Durch Sie ist es gelungen, im ganzen Kreis eine Willkommenskultur zu etablieren. Dafür sind wir dankbar und sehr stolz auf Sie“, sagte er in seiner Begrüßungsrede.

Zuvor hatte Tiemann dazu aufgerufen, noch stärker als bisher Position gegen rechtsradikales Gedankengut zu beziehen und die Zuwanderer als eine große Chance für Deutschland zu begreifen. Großes Lob hatte der oberste Repräsentant des Kreises Pinneberg auch für die Mitarbeiter in Behörden und Verwaltungen. „Sie sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen und gehen dennoch kompetent und freundlich mit den Flüchtlingen um“, sagte er. Auch Innenminister Stefan Studt lobte die „große Integrationsleistung“ der Flüchtlingshelfer. „Ich bin stolz auf Schleswig-Holstein und seine Bürger“, sagte er und zog in seiner Rede eine erste Bilanz der Flüchtlingspolitik im Land. „Wir haben inzwischen gute und flexible Antworten auf die besondere Situation gefunden und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt“, so Studt.

Der Innenminister stellte klar, dass der weitaus größte Teil der Zuwanderer eine Bleibeperspektive habe. „Unsere Gesellschaft wird sich also verändern, sie wird bunter werden, und das wird eine Bereicherung.“

Im Vorwege des Empfangs konnten Städte und Gemeinden bis zu drei Bürger melden. Nicht alle machten davon Gebrauch, viele meldeten jeweils nur einen Flüchtlingshelfer. Unter den Kommunen, die Bürger meldeten, waren auch Moorrege, Heist, Hetlingen, Heidgraben, Uetersen und Tornesch, Klein Nordende, Appen und Wedel.

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