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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 18:11 Uhr

LMG : Der Fünf-Millionen-Deal

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es gibt Neuigkeiten vom Ludwig-Meyn-Gymnasium. Das Gebäude wartet weiterhin geduldig darauf, endlich von der Stadt Uetersen übernommen zu werden, die bereits Schulträger ist. Bislang haben sich Stadt und Kreis aber noch nicht auf einen Kaufpreis einigen können. Am 31. Mai gibt es einen weiteren Versuch, die Kuh vom Eis zu bekommen. Dann tritt der Uetersener „Sonderausschuss Gymnasium“ zusammen. Diesmal zwar im LMG, aber vermutlich nur recht kurz. Denn das neue Kreis-Angebot dürfte die Politiker alles andere als in freudige Erregungszustände versetzen. Vielmehr wird die nun zu Beratung anstehende Summe nach UeNa-Informationen als eine „weitere „Giftpille“ auf der langen Liste der untragbaren Angebote verstanden, die nur abgelehnt werden kann.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2012 | 21:47 Uhr

Die Chronologie der Ereignisse in aller Kürze: Einst, Landrat Wolfgang Grimme war da noch am Ruder, sollte Uetersen 2,25 Millionen Euro bezahlen. Man war sich daraufhin sogar schon näher gekommen, hätte sich auch auf die Hälfte einigen können. Doch Uetersen lehnte ab. Kreis und Stadt beschlossen schließlich, sich einem Mediationsverfahren zu unterwerfen.

Für Uetersen war damals klar: Was der Mediator, Segebergs Kreispräsident Winfried Zylka, empfiehl, wird gemacht. Doch weit gefehlt: Das Schlichtungsergebnis von rund 300000 Euro wollte der Kreis nicht akzeptieren. Man habe sich bezüglich einiger Kosten verrechnet, hieß es damals.

Uetersen war das egal. Die Politiker der Rosenstadt pochten darauf, das Mediations-Ergebnis zur Grundlage weiterer Verhandlungen zu machen. Pinnebergs Politiker sahen das anders.

Und jetzt wurde ein weiteres Kapitel aufgeschlagen: Der Kreistag hatte, getreu dem Motto: „Wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man einen Arbeitskreis“, eine interfraktionelle Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Die sollte ein weiteres Angebot erarbeiten und den Landrat mit einem Verhandlungsmandat ausstatten. Die Gruppe hat getagt und entschieden: Fünf Millionen Euro soll die Stadt nun bezahlen – so UeNa-Informationen. Verteilt auf 99 Jahre. Gewählt wurde das Modell „Erbbaurecht“. Jahr für Jahr 50000 Euro? Marc Trampe, Sprecher des Kreises, wollte diese Summe nicht bestätigen, sagte aber, dass es ein Angebot auf Grundlage eines Erbbaurechtsvertrages gebe. Allerdings müsse dieser Vertrag sich nicht unbedingt über einen Zeitraum von 99 Jahren erstrecken. Heißt: Eine kürzere Laufzeit käme für die Stadt aufgrund des Zinseffektes billiger.

Aber vermutlich wird auch die Zins- und Zinseszinsrechnung die Uetersener Politiker nicht von ihrer Meinung abbringen, dass der Kreis sich mit einem solchen Angebot keinen Gefallen getan hat.

Der Boden des guten Tons sei schon lange verlassen, so war aus Uetersener Politiker-Kreisen gestern zu hören. Hier werde auf eine gerichtliche Auseinandersetzung hingearbeitet.

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