Geburtstag : Der Ehrenbürger wird 90

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Waldemar Dudda, Ehrenbürger der Stadt Uetersen und langjähriger Bürgermeister, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Auf einen Empfang zu seinen Ehren wurde aus gesundheitlichen Gründen verzichtet. Sein Wirken für die Stadt, für den Kreis und für das Land soll dennoch eine Würdigung erfahren.

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27. Mai 2015, 18:16 Uhr

Dudda war 24 Jahre lang Bürgermeister der Rosenstadt. Er war Nachfolger von Dr. Jürgen Frenzel, der 1964 Polizeipräsident in Hamburg wurde – unter Innensenator Helmut Schmidt, dem späteren Bundeskanzler.

Bei seiner Verabschiedung im Rathaus, 1988, wurde Dudda die Ehrenbürgerwürde verliehen. Eine Ära war zu Ende gegangen, die von den anwesenden Vertretern der Landesregierung, des Kreises Pinneberg, des Städtebundes Schleswig-Holstein, der Wirtschaft und von allen politischen Parteien sowie gesellschaftlichen Gruppen als sehr erfolgreich bezeichnet wurde.

Zurück zum Anfang: Als Dudda 1964 gefragt wurde, ob er sich das Bürgermeisteramt vorstellen könne, bat er sich Bedenkzeit aus, bekleidete er doch eine leitende, kaufmännische Funktion bei einem großen Wohnungsunternehmen.

Schließlich nahm der Uetersener das Angebot aber doch an – die Ratsversammlung konnte ihn am 15. April zum Leiter der Stadtverwaltung wählen.

Unter Waldemar Dudda wurde Uetersen aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Er gab Uetersen viele, bedeutende Impulse. Diese mündeten in die Neubauten der Roggenfeld- und der Sonderschule, die Erweiterung und Modernisierung der Real- und der Birkenalleeschule und den Bau mehrerer neuer Turn- und Sporthallen.

Rund um das Rosenstadion wurden neue Sportplätze errichtet, Jugendeinrichtungen wurden geschaffen sowie ein neues Alten- und Pflegeheim gebaut (an der Feldstraße). Auch der Kindergartenbau, der Umzug der Feuerwache an den Seeth, die Modernisierung des Krankenhauses (damals noch in Uetersener Trägerschaft) und der Bau der Entlastungsstraße „An der Klosterkoppel“ erfolgten unter der Regie Duddas und sind auf sein kluges und den Fortschritt ausgerichtetes Management zurückzuführen.

Glanzstücke seines Wirkens waren der Bau der Fußgängerzone sowie des Rathauses mit modernem Marktplatz und die jahrelangen Verhandlungen mit Werner Lange, die schließlich zum Erbvertrag geführt haben, auf dem das heutige Museum Langes Tannen, frei zugängig für alle Bürger, beruht. Das Naherholungsgebiet, der wertvolle Stadtwald, wird auch von Nachbarn der Rosenstadt als Stätte der Entspannung und des Kulturgenusses hoch geschätzt. Nicht unerwähnt bleiben sollen seine Verdienste um das Fünf-Städte-Heim in Hörnum. Als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Trägervereins gelang es Dudda durch geschickte Verhandlungen mit der Bundesregierung, dass das gepachtete Grundstück auf Sylt das als Jugenderholungsstätte diente, dem Verein kostenlos als Schenkung übereignet wurde. Dudda wurde später Ehrenvorstandsmitglied auf Lebenszeit.

Unter seiner Führung sind in Uetersen mehr als 4000 Wohnungen gebaut worden. Zudem besorgte er der Industrie, dem Handel und dem Gewerbe, das sich in Uetersen ansiedeln wollte, günstiges Bauland.

Schon bevor Dudda Bürgermeister wurde, engagierte er sich für seine Stadt. Bereits als 21-Jähriger arbeitete Dudda ehrenamtlich in der Jugendarbeit. Erste Anerkennung hatte er sich zudem als Kommunalpolitiker (SPD, Mitglied seit 1947) in Uetersen und im Kreis Pinneberg erworben. Seine tiefe Verbundenheit mit dieser Stadt darf als Motor für das erfolgreiche Handeln Duddas bezeichnet werden. Der Ehrenbürger lebt nach wie vor in Uetersen, gemeinsam mit seiner Frau Marianne Puttfarcken.

Zur Familie gehören zudem zwei Kinder, Sohn Andreas und Tochter Susanne. Waldemar Dudda ist nach wie vor ein Uetersener mit Leib und Seele!

Duddas politischer Werdegang in Kürze

In Stadt, Kreis und Land aktivVon 1955 bis 1967 war Waldemar Dudda Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Pinneberg. 1959 wurde er in Uetersen zum Stadtrat gewählt. Vom 16. April 1964 bis 1988 war Dudda Uetersener Bürgermeister. Von 1965 bis 1967 war er zudem Mitglied des Kreistages Pinneberg und dort stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender.

Bei der Landtagswahl 1967 wurde Dudda als Direktkandidat der SPD im Wahlkreis 19 (Pinneberg-Elbmarschen) in den Schleswig-Holsteinischen Landtag gewählt, bei der folgenden Wahl im Jahr 1971 gelang ihm der Einzug in den Landtag über die Landesliste. Er war Landtagsabgeordneter vom 16. Mai 1967 bis zum 24. Mai 1975.

Für sein ehrenamtliches kommunalpolitisches Wirken wurde er mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille und der Dr.-Johann-Christian-Eberle-Medaille vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Bundespräsident Richard von Weizsäcker zeichnete Dudda mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.

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