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Uetersener Nachrichten

17. August 2017 | 16:21 Uhr

Männerdomäne : Der Demokratie fehlen Frauen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es gibt sie noch, die Männerbastionen, die bislang jedem emanzipatorischen Angriff standgehalten haben. Dazu gehört auch die Kommunalpolitik: Nur jeder vierte Sitz in Schleswig-Holstein ging bei der vergangenen Kommunalwahl an eine Frau. Für die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Pinneberg ist das nicht nur ein unhaltbarer, sondern auch undemokratischer Zustand, den sie lieber heute als morgen in die Mottenkiste der Geschichte verbannen würden.

Im Hinblick auf die nächsten Kommunalwahlen 2018 wollen sie in den kommenden Monaten mit einer Reihe von Aktionen und Veranstaltungen auf den Missstand aufmerksam machen und Frauen für das politische Ehrenamt begeistern. „Unser Wunsch ist eine nachhaltige Veränderung der Gesellschaft, was angesichts der Tatsache dass 51 Prozent der Wahlberechtigten weiblich sind, dringend notwendig ist“, sagte Rellingens Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann.

Dass sie dieses Ziel nicht kurzfristig erreichen werden, ist ihnen klar. „Es geht im Augenblick darum, die ersten Schritte zu machen“, sagte Pinnebergs Gleichstellungsbeauftragte Deborah Azzab-Robinson. Sie und ihre Kolleginnen stehen mit der Forderung nach mehr Frauen in der Kommunalpolitik längst nicht allein. Eine, die sich öffentlich für eine im Wahlrecht verankerte Geschlechterquote stark macht, ist die Rechtsexpertin Professor Ruth Laskowski von der Universität Kassel. Sie läutet die Veranstaltungsreihe der Kreis Pinneberger Gleichstellungsbeauftragten am 3. März mit einem Vortrag im Pinneberger Rathaus ein.

Darin setzt sie sich unter anderem mit der Frage auseinander, welche Folgen die Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik für die Demokratie hat? Und sie zeigt Wege auf, interessierten Bürgerinnen den Schritt in die Parteien zu erleichtern. Denn auch darum geht es den Gleichstellungsbeauftragten: Sie wollen Frauen an den entscheidenden Stellen, dort, wo die Gelder verteilt werden, etwa in den Finanz- und Bauausschüssen. „Frauen müssen ermutigt werden, Macht auszuüben“, sagte Deborah Azzab-Robinson. Und dazu gehört für sie, dass Frauen sich nicht nur die „weichen Ressorts“ wie Soziales und Kultur zutrauen.

Ohne die Männer wird dieser Veränderungsprozess allerdings kaum in Gang kommen.

Kommunikation mit Frauen auf Augenhöhe, eine bessere Streit- und Diskussionskultur, Offenheit für die Sichtweisen der Frauen ist, was die Gleichstellungsbeauftragten von ihnen fordern.

Nicht zuletzt deshalb wünschen sie sich auch viele männliche Zuhörer, wenn Ruth Laskowski ihre Thesen und Forderungen vorstellt. Die ersten Anmeldungen liegen bereits vor. Wer sich ebenfalls einen Platz reservieren lassen möchte (kostenlos), kann das jederzeit unter der E-Mail-Adresse gsb@stadtverwaltung.pinneberg.de

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erstellt am 17.Dez.2015 | 21:11 Uhr

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