zur Navigation springen

Museumsverein : Der Chef lässt jetzt andere machen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Er hatte den Vorsitz an der langen Tafel wie zuvor so viele Jahre in „seinem“ Verein: Johannes Paulsen ist am Mittwoch von einem kleinen Kreis langjähriger Weggefährten aus dem Vorstand des Vereins für Kultur und Brauchtum verabschiedet worden. Der Verein ist Träger des Heimatmuseums, das es ohne die Initiative des Kaufmanns nicht geben würde.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 20:08 Uhr

Es war eine Herrenrunde, die sich in Ladiges Gasthof zum Essen traf, ausnahmslos Menschen, die dem 84-Jährigen in den vergangenen Jahren geholfen haben, den Traum von einem Museum zu realisieren. Bürgermeister Walter Rißler gehört dazu, auch sein Stellvertreter Horst Schaper, der ehemalige Wehrführer Uwe Denker und die beiden Männer, die in den vergangenen Jahren vielleicht am engsten mit Paulsen zusammengearbeitet haben: Klaus Samoray und Roman Voß.

Dieter Herrmann, der bereits die Nachfolge von Johannes Paulsen als Vorsitzender angetreten hat, bezeichnete sie in seiner kurzen Rede als „Männer der ersten Stunde“, Visionäre eben, die es braucht, um so ein Projekt in die Tat umzusetzen. „Du aber warst die treibende Kraft, ein Teamleader und Moderator“, sagte Herrmann. Paulsen habe immer den Weg vorgegeben und auf diese Weise etwas Einmaliges geschaffen. „Es ist jetzt unsere Aufgabe, das zu bewahren und weiter zu entwickeln“, so Dieter Herrmann.

Entstanden ist die Idee nach einem der ersten Erntedankfeste vor etwa 20 Jahren.

Vermutlich so, wie solche Ideen immer entstehen: bei einem Bier und in lockerem Gespräch. Vertieft wurde der Gedanke dann sicherlich in der schon fast legendären „Dienstagsrunde“, zu der sich Paulsen, Schaper und Rißler seit Jahren einmal in der Woche treffen - bei einer Tasse Kaffee und im Bürgermeister-Büro.

Seit der Gründung des Vereins sind inzwischen fast 15 Jahre vergangenen, seit der Eröffnung des Museums zehn Jahre. Beide Jubiläen werden in den folgenden Monaten gefeiert, und dann wird sich Paulsen ausführlich erinnern können an die turbulenten Anfänge. Er wird vielleicht erzählen von der spektakulären Arbeit des Uetersener Zimmerermeisters Johann-Otto Plump, der das Museumsgebäude überhaupt erst nutzbar machte, indem er die eine abgesackte Seite mit einer handbetriebenen Seilwinde seines Urgroßvaters tagelang jeweils um eineinhalb Zentimeter anhob. Diesen Einsatz wird ihm Paulsen nie vergessen.

Johannes Paulsen bedankte sich während seiner Verabschiedung bei allen seinen Begleitern und machte einem ein besonderes Kompliment: „Ich muss euch sagen, wir haben einen Nachfolger gefunden, der fast noch besser ist als ich.“ Nun steht er also auf der Reserveliste des Museumsvereins, der auf seine Erfahrung allerdings nicht verzichten kann und will. Und so wird sich der 84-Jährige unverdrossen immer mal wieder zu Wort melden. Zum Glück!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert