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Gemeinde Haselau : Der Auseinandersetzung stellen?

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einen Beinahe-Eklat hat es während der jüngsten Sitzung der Haselauer Gemeindevertretung gegeben. Die Mitglieder der Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWH) beantragten eine Sitzungsunterbrechung, um darüber zu beraten, ob sie einen Misstrauensantrag gegen Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) stellen sollten. Sie entschieden sich letztlich dagegen.

Stattdessen erteilten sie ihm eine Rüge und forderten von ihm, dass er zusagt, im Amtsausschuss zukünftig die Meinung des Gemeindeparlaments zu vertreten und nicht seine eigene. Der Bürgermeister habe mit seiner Enthaltung zur Frage, ob die Verwaltungsgemeinschaft mit Uetersen beibehalten oder mit dem Amt Moorrege eingegangen werden solle, den Mehrheitsbeschluss der Haslauer Gemeindevertretung ignoriert. „Hier sitzen zehn informierte Leute, die sich die gleichen Gedanken gemacht haben“, formulierte Harald Jürgs von der Freien Wählergemeinschaft seinen Ärger. Er und seine Fraktionskollegen hätten – genau wie der Bürgermeister – das Amt Haseldorf gern erhalten und den Wechsel zum Amt Moorrege gern verhindert. Im Gegensatz zu Rolf Herrmann sprachen sie sich dafür aus, mit den Konsequenzen, die sich aus einem Patt im Ausschuss ergeben hätten, zu leben: Die Gemeinden Haseldorf und Hetlingen hätten wahrscheinlich auf Ausamtung aus dem Amt Haseldorf geklagt. Bis zur Entscheidung durch den Innenminister wäre mit zwei Jahren Streit und politischem Stillstand zu rechnen gewesen.

„Wer sich so asozial verhält wie unsere Nachbargemeinde Haseldorf, kommt am weitesten“, kritisierte SPD-Gemeindevertreter Rudolf Zilles. Er warnte: „Wenn wir uns der Auseinandersetzung nie stellen, wird es immer die Haseldorfer Lösung geben. Auf diesem Wege werden wir keine Ruhe bekommen.“ In seiner besonnenen Art erläuterte der Bürgermeister noch einmal seine Beweggründe, warum er mit seiner Enthaltung die Pattsituation im Amtsausschuss auflösen wollte. „Wer hat nach so einer langen Zeit des Streits denn überhaupt noch Lust, sich ehrenamtlich politisch zu engagieren?“, fragte er und ließ sich nicht das Versprechen entlocken, zukünftig immer den Gemeindewillen zu vertreten. Seinem Antrag mochten anschließend nur seine Parteifreunde folgen. Er lautete wörtlich: „Die Gemeindevertretung in Haselau bekräftigt ihre Auffassung, dass ein Verbleib des Amtes Haseldorf – und damit die Erhaltung des Amtes Haseldorf – bei der Stadt Uetersen im Form der Verwaltungsgemeinschaft gewünscht ist. Gleichwohl ignoriert die Gemeinde die Beschlussfassung des Amtsausschusses über den Wechsel zum Amt Moorrege nicht. Zwecks Erhaltung der Gemeinschaft der drei Gemeinden des Amtes Haseldorf beabsichtigt die Gemeinde nicht, rechtlich gegen eine Entscheidung des Innenministeriums über eine Einamtung in das Amt Moorrege vorzugehen.“

Alle übrigen Beschlüsse (Bericht folgt) wurden einstimmig gefasst. Im Rahmen der Sitzung überreichten Bürgermeister Herrmann und sein Stellvertreter Gunter Küchler (FWH) Wehrführer Dirk Koopmann und seinem Stellvertreter Olaf Mayer ihre neuen Ernennungsurkunden. Die beiden Ehrenbeamten der Gemeinde waren während der Jahreshauptversammlung der Wehr für weitere sechs Jahre in ihren Ämtern bestätigt worden.

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erstellt am 01.Mär.2016 | 21:38 Uhr

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