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Abwasser-Zweckverband : Denkzettel für Roland Krügel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es knirscht kräftig im politischen Gebälk des Abwasser-Zweckverbandes (AZV) Pinneberg. Abgewatscht worden ist während der konstituierenden Verbandsversammlung der Verbandsvorsteher Roland Krügel. Es gab im Sitzungssaal des Hetlinger Klärwerkes Kampfabstimmungen und das brisante Thema Breitband ist lieber gleich unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt worden – allerdings ohne Ergebnis.

Zu den Kritikern in der Verbandsversammlung gehören die Politiker aus den Kommunen mit eigenen Stadtwerken. Bei der Abstimmung über den Verbandsvorsteher wurde von Elmshorn geheime Wahl beantragt. „Ich glaub, ich bin im Kindergarten“, entfuhr es einem Dorfbürgermeister. Doch kinderleicht dürfte der alte und neue Vorsteher das Ergebnis wohl nicht nehmen, denn es ist ein Denkzettel. Bei 58 abgegebenen Stimmzettel bekam Krügel 41 Kreuzchen. Elf stimmten mit „Nein“, sechs enthielten sich. Knapp 30 Prozent der Anwesenden gaben ihm also nicht das Vertrauen.

Zeitaufwendig gestalteten sich die weiteren Abstimmungen. Geheim musste gewählt werden, denn es gab für mehrere Gremien mehr Bewerber als Posten. Das führte unter anderem fast dazu, dass die Bürgermeisterin der Standortkommune des Klärwerkes, Barbara Ostmeier, aus dem Hauptausschuss des AZV geflogen wäre. Erst in einer Stichwahl konnte sich die Hetlinger Christdemokratin durchsetzen.

Weiterhin gab es einige Diskussionen über Verfahrensweisen sowie Vorgehen des Vorstandes und der Geschäftsführung. Folge: Erst nach fast zwei Stunden konnte die Diskussion über das Breitband-Engagement des Abwasser-Zweckverbandes beginnen. Da hatten aber schon einige der Politiker und Verwaltungschefs die Sitzung verlassen, zum Beispiel der bekennende Kritiker Olaf Köppl, Bürgermeister von Quickborn. Nach Informationen der UeNa wurde nach Ausschluss der Öffentlichkeit nur noch kurz beraten. Der Breitband-Zweckverband soll Ende 2013 handlungsfähig sein. Verträge und Satzungen sind abgestimmt und unterzeichnet. Vier Gründungsgemeinden soll es geben. Anschließend können weitere hinzukommen. Derzeit läuft der Abstimmungsprozess mit dem Kieler Innenministerium.

Wirtschaftlich erfolgreich ist die Klärwerks-Tochter „azv Südholstein Breitband GmbH“, wo sie bereits Glasfasernetze verlegt hat. In den drei Gemeinden Hasloh, Holm und Lentföhrden wurden die Zahl der Haushalt zum Teil deutlich übertroffen, die notwendig waren, um kostendeckend zu arbeiten.

Die Dorfpolitiker stehen übrigens Schlange, sich über die Hetlinger ein Breitbandnetz verlegen zu lassen. 13 Kommunen haben ihr Interesse bekundet.

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erstellt am 23.Aug.2013 | 17:41 Uhr

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